Logbuch des Rezensenten: Star Trek: Strange New Worlds – Staffel 4, Episode 3: „Menschlicher Bester Freund“
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Wo ein Hangover ist, da ist auch ein Weg
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| © Paramount+ |
Liebe Sternenflotten-Gemeinde, die heutige Episode steht unter einem ganz besonderen Stern! Deswegen eröffne ich diesen Bericht direkt mit der wohl treffendsten Weisheit des Tages: Wo ein Hangover ist, da ist auch ein Weg.
Die Besatzung der Enterprise benötigt dringend Urlaub, und zwar keineswegs nur wegen der verheerenden Vorfälle aus den letzten zwei Folgen. Der Erholungsbedarf ist mehr als wohlverdient, was dem Zuschauer gleich zu Beginn schmerzhaft klar wird. Scotty, der Mann schlechthin im Maschinenraum (hach, wenn der Gute wüsste, was in seiner Zukunft noch alles auf ihn zukommt!), und Ortegas gehen sich gegenseitig mächtig auf die Nerven. Zum Glück behält Ortegas Scottys Warnsignale immer im Auge und hat vorsorglich schon das Klebeband parat, wenn es mal wieder zu viel wird.
Und bei den anderen Besatzungsmitgliedern? Herrscht exakt die gleiche Urlaubsreife! La’an sucht förmlich nach Streit und Spock versucht verzweifelt, Schlimmeres zu verhindern. Selbst die sonst so engelsgleiche Chapel zerstört beim Absetzen einfach grundlos ihr Glas. Die Nerven liegen komplett blank und da kann es bekanntlich nur ein einziges Heilmittel geben: Die Alpha-Crew geht auf Landurlaub! Nummer Eins hat auch schon eine zündende Idee im Gepäck und schaut sich eine fast schon comichaft anmutende Werbung für einen Anti-Stress-Urlaub auf Cesnar Grand an. Begeisterung macht sich auf nahezu allen Gesichtern breit. In zwei Wochen sollen eigentlich wichtige Friedensverhandlungen mit den Rodaxianern stattfinden, weshalb die Crew wegen der Vorbereitungen unsicher ist, ob Zeit und Raum für eine solche Auszeit da sind. Aber hey, was muss, das muss!
Spock merkt aufmerksam an, dass es sich auf dem Planeten um eine berauschende Atmosphäre handelt, was man hier im wahrsten Sinne des Wortes wörtlich nehmen darf. Chapel gibt jedoch Entwarnung: Ja, man wird dort ordentlich high, und ja, bei jedem fällt diese Wirkung etwas anders aus, aber es sind glücklicherweise keine nachhaltigen Schäden zu erwarten. Captain Pike besiegelt den Entschluss gewohnt lässig mit den Worten: Wer könnte dazu schon Nein sagen!
Filmriss auf Cesnar Grand
Und schon befindet sich die gesamte Crew auf dem Weg. Sobald sich die Tür des Shuttles öffnet, setzt der atmosphärische Rausch auch schon augenblicklich ein. Und dann: Plötzlicher Schnitt!
In der nächsten Szene blicken wir auf ein komplett zerstörtes Hotelzimmer. Ein kleiner Tribble bahnt sich seinen Weg durch das pure Chaos. Ich denke mir nur: Wenn ein Tribble das Normalste ist, was in einem Raum zu sehen ist, bedeutet das ganz sicher nichts Gutes oder eine gehörige Menge Spaß. Auf jeden Fall bedeutet es: Hangover!
Es ist unfassbar viel passiert seit dem letzten Schnitt. Ortegas wacht mit dröhnendem Kopf auf und haut Scotty gepflegt eine runter, der aus irgendeinem Grund in einem Mugato-Kostüm steckt. Beide fragen sich genau das, was ich mich in diesem Moment auch frage: Was zur Hölle ist hier eigentlich passiert?
Beide bekommen einen Umschlag in die Hand gedrückt, der für Pike bestimmt ist, welcher allerdings unauffindbar bleibt. Die erstbeste Tür führt die beiden direkt zu Spock, und an dieser Stelle muss ich extrem laut lachen. Ethan Peck beweist hier einmal mehr sein unglaubliches komödiantisches Talent, das er wunderbar auf den Schirm zaubert. Spock wirkt erstaunlich logisch und gefasst, zweifelt aber selbst an seinem eigenen Zustand und fragt die beiden ernsthaft: „Sehen Sie James Kirk in diesem Raum?“ Er halluziniert also munter vor sich hin, aber ich denke mir nur: Es gibt wahrlich Schlimmeres, als James T. Kirk in seinem Geist herumspuken zu sehen.
Uhura wartet im nächsten Zimmer auf die beiden, immer noch völlig berauscht und extrem cool gekleidet. Captain Pike lässt sich derweil vollkommen benebelt tätowieren und macht dabei nicht einmal vor seinem eigenen Gesicht halt.
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Klingonen-Balladen, Ferengi-Bingo und ein Kaktus in Uniform
Scotty und Ortegas finden sich schließlich an der Bar wieder und schauen Nummer Eins dabei zu, wie sie aus voller Kehle eine klingonische Power-Ballade zum Besten gibt. Funktioniert das für mich als Witz? Nicht wirklich, aber es passt nun mal zum schrillen Szenario, and das Setting bleibt letzten Endes das Maß aller Dinge.
Beide benötigen dringend einen Trikorder, um den Weg zurück zum Shuttle zu finden. Uhura hat tatsächlich noch einen, doch den gibt sie den beiden erst, wenn sie sich aufrichtig füreinander beziehungsweise beieinander entschuldigen. Das verläuft allerdings mehr schlecht als recht. Dennoch bekommen sie das Gerät, das kurzerhand von Scotty ins Schrott-Nirvana befördert wird.
Spock trifft unterdessen erneut auf den eingebildeten Kirk, und es wird plötzlich ungeahnt tiefgründig, wenn auch nur für einen kurzen Moment. La’an lässt derweil ihrem inneren Khan freien Lauf und ist bedrohlich mit Kampfstöcken unterwegs, während Chapel seelenruhig mit Ferengi-Omis Bingo spielt. Alles in allem ist das, was auf diesem Planeten passiert, ein extrem bunter Mix aus Hangover trifft schrille Club-Szene.
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Gott sei Dank raffen sich alle wieder zusammen und befinden sich nun mehr schlecht als recht auf dem Rückweg zur Enterprise. Pike ist genau wie die anderen noch sichtlich mitgenommen. Kaum auf dem Schiff angekommen, wird das Fiasko klar: Pike hat in seinem berauschten Zustand völlig vergessen, dass die Friedensverhandlungen vorverlegt wurden! Das führt zu einer unausweichlich komischen Situation, in der Anson Mount wunderbar unter Beweis stellt, dass er auch einen betrunkenen Pike fantastisch spielen kann.
Eine Bombe und der Moment der Folge
Das Shuttle muss dringend repariert werden, also treffen sich Scotty und Ortegas dort. Es kommt zu einem erlösenden Gespräch, das die beiden einander näherbringt und spürbar mehr Charaktertiefe erzeugt. Doch plötzlich findet Scotty eine scharfe Bombe!
Spock versucht fieberhaft bei der Findung einer Lösung zu helfen. Allerdings ist er immer noch leicht berauscht und sieht Ortegas als einen Kaktus, ja, tatsächlich als Kaktus in Sternenflotten-Uniform! Scotty und Ortegas beschließen kurzerhand, die Bombe mit dem Shuttle ins Weltall zu fliegen, da die Zeit einfach nicht ausreicht, um die volatile Ladung rechtzeitig zu entschärfen.
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Spock gibt im Transporterraum sein Bestes, um die beiden sicher zurückzuholen. Er glaubt immer noch, von Kirk zu halluzinieren, und brüllt den absolut besten Satz der gesamten Folge heraus: „HALLUZINATION HINFORT!“ Ich liege in diesem Moment lachend auf dem Boden.
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Eine kräftige Backpfeife später ist klar: Es ist der echte Kirk! Beide beamen Ortegas und Scotty im letzten Bruchteil einer Sekunde zurück auf das Schiff. Scotty hängt danach der Daumen gewaltig schief beziehungsweise ist dieser kurz davor, komplett abzufallen. Ende gut, alles gut: Alle liegen sich erleichtert in den Armen, Pike muss sich wohl oder übel seine Gesichtstattoos wieder entfernen lassen und die Enterprise ist endlich wieder auf klarem Kurs.
Fazit
Hat mich diese Folge von den Socken gehauen? Nicht wirklich. Dennoch passt sie wunderbar in eine Serie, die nun mal mit dem Wort Strange im Titel anfängt. Nicht alle Gags sind wirklich perfekt durchdacht, aber man kann diese Episode trotzdem gekonnt mitnehmen. Sie hat etwas ausprobiert, das in der Hangover-Filmecke zwar schon mehr als ausgereizt wurde, aber Setting und Setup stimmen einfach. Der nötige Einfallsreichtum war definitiv vorhanden, auch wenn es nicht ganz reicht, um mich komplett vom Hocker zu hauen.
Der große Sieger dieser Episode ist für mich ganz klar Martin Quinn als Scotty, der mit einer unglaublichen Leichtigkeit durch jede Szene fliegt, als wäre er selbst high ... nun ja, oder so ähnlich!
LLAP
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