Star Trek: Strange New Worlds S4 Episode 9: "Es La'an einmal" — Zweitrezension von Daniela
Wir kehren zurück ins Königreich Elysien. Nachdem in der ersten Staffel Dr. M’Bengas Tochter Rukiya von einem Boltzmann-Gehirn gerettet wurde, das zunächst deren Lieblingsbuch „Das Königreich Elysien“ mit der Crew nachgespielt hat, findet die Enterprise diesmal einen Planeten, auf dem dieselbe Märchenwelt existiert und eine weitere Geschichte durchspielt.
Die Crew ist sehr überrascht, als sie einen Planeten entdeckt, der den Gesetzen der Physik zu trotzen scheint: eine Scheibenwelt. Die Scanner entdecken Lebenszeichen, können aber keine genaueren Daten erheben. Also gibt es eine Außenmission, bestehend aus Captain Pike, Spock, Pelia und La’an. Sie treffen relativ schnell auf einen Ritter, der aussieht wie Dr. M’Benga und La’an als Prinzessin Thalia anspricht.
Während La’an empfiehlt, die Mission aus Sicherheitsgründen abzubrechen, erklärt Dr. M’Benga – der Einzige, der sich an die Ereignisse auf dem Schiff erinnert –, was beim letzten Mal geschah und dass es sich grundsätzlich um ein gutwilliges Wesen gehandelt habe. Er empfiehlt, die Geschichte durchzuspielen und dabei hoffentlich zu wertvoller Selbsterkenntnis zu gelangen. Und so nimmt das Märchen seinen Lauf.
Märchenrollen und Chaos auf der Enterprise
Pike (Sir Rauth), Spock (Pollux) und Pelia (Benny Russell) werden gefangengenommen und der bösen Königin Neve (Uhura) vorgeführt, während La’an als Prinzessin Thalia mit Prince Dashing (Kirk) loszieht, um sie zu retten. Es ist durchaus unterhaltsam, wie alle Schauspieler wieder in ihre Rollen als Märchenfiguren schlüpfen und in einer B-Handlung Sir Rauth und Pollux auf der Enterprise landen und diese zu übernehmen versuchen.
Letztlich kommt es zum Kampf La’an gegen Thalia, und beide müssen erkennen, dass die Eigenschaften der jeweils anderen ihnen fehlen: Die ständig wütende La’an braucht die Liebe der Prinzessin ebenso, wie diese von La’ans Entschlossenheit profitieren würde. Keine ganz neue Erkenntnis: Sehr ähnliche Schlüsse sahen wir schon vor vielen Jahrzehnten in der TOS-Klassikerfolge „Kirk : 2 = ?“ (The Enemy Within).
Schließlich werden wir aufgeklärt: Der seltsame Planet ist ein Schiff, und Pelia bleibt da, um es zu studieren.
Sinnvolle Fortsetzung oder fragwürdige Botschaft?
Tja, brauchte es eine zweite Elysien-Geschichte? Wahrscheinlich nicht – vor allem nicht so kurz, nachdem Trelane uns bereits durch die alberne Soap-Opera getrieben hat. Aber hier saßen die Gags um einiges besser, und ich hatte eher das Gefühl einer kohärenten, wenn auch seltsamen Handlung. Insofern hat es immerhin Spaß gemacht, sich die Geschichte anzuschauen.
Die eigentliche Frage ist die nach der Botschaft: Will uns Star Trek hier sagen, dass etwas nicht in Ordnung ist mit Frauen, die keinen Bock haben, Prinzessin zu sein? Hoffentlich nicht – sicher sollen wir eher mitnehmen, wie wichtig es ist, sich nicht nur von Wut und Selbsthass lenken zu lassen. Aber es hat schon ein Geschmäckle, dass das Erste, was La’an tut, sobald es ihr besser geht, ist, ein Date mit Kirk zu arrangieren. Und warum ist der eigentlich schon wieder auf der Enterprise?
Fazit
Das Ende ist für mich daher nicht so recht gelungen: Als Zuschauerin, die es sehr genossen hat, von La’an zu hören, dass weder Prinzessin noch Damsel in Distress zu ihrem Repertoire gehören, hätte ich gerne ein Ende gesehen, das nicht lautet: „Sei mehr wie eine Prinzessin, dann geht es dir besser.“
Damit ist diese Folge für mich das genaue Gegenstück zur erwähnten Soap-Opera vor zwei Wochen: Die Folge selbst funktioniert um einiges besser, das Ende dagegen hätte ich so wirklich nicht gebraucht.
LLAP Daniela
Kommentare
Kommentar veröffentlichen