60 Jahre Star Trek – ein kleines Geschenk von Fans für Fans

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Am 8. September 1966 begann eine Reise, von der damals vermutlich niemand ahnen konnte, wohin sie führen würde. Heute, genau sechzig Jahre später, feiern wir ein Universum, das Generationen von Fans begleitet, inspiriert und miteinander verbunden hat. Und weil man zu einem Geburtstag bekanntlich nicht mit leeren Händen erscheint, gibt es heute ein kleines Geschenk: DISSONANZ –Teil I: RAUSCHEN Ein kleines inoffizielles, nicht-kommerzielles Fanprojekt – entstanden aus meiner Begeisterung für die klassische Enterprise , aus Spaß am Geschichtenerzählen und natürlich aus Liebe zu Star Trek . Worum geht es? Viel möchte ich bewusst nicht verraten. Die Geschichte spielt in der Ära der klassischen Enterprise . Spock befindet sich nach einem wissenschaftlichen Symposium auf Sternenbasis 9 auf dem Rückflug zum Schiff, als die Enterprise auf ein ungewöhnliches Phänomen trifft. —  Dann bricht der Kontakt ab. Mehr gibt es von mir an dieser Stelle nicht. ;-) Eine Idee, die ein wenig aus d...

Hailing Frequencies Open – Daniela Ready for Transmission

Star Trek wird 60, und wir fühlen uns alt. Oder?

Wer von Euch erinnert sich an Sat.1 in den 90ern? Jeden Tag Star Trek, es gab Jubiläumsfolgen, in denen Sisko auf Kirk und Janeway auf Sulu trafen. Für mich in Berlin war ein Höhepunkt die große Jubiläumsausstellung im Filmpark Babelsberg. Und das alles ist 30 Jahre her? Die CD habe ich noch immer.

Und damals war meine Mutter (die mich zum Trekkie erzogen hat) natürlich ebenso überrascht, dass die Enterprise schon 30 Jahre alt war.

Im Gegensatz zu vielen Fans kann ich nicht sagen, was meine erste Folge war oder wann ich sie gesehen habe – ebenso wenig, wie ich das von der Tagesschau sagen könnte. Star Trek wurde immer geguckt, wenn es lief. Und so bin ich sicher, zu denen zu gehören, die auch schon im ZDF zugeschaut haben. Meine Mutter und mein Onkel fanden es wichtig (oder vielleicht auch lustig), mir den Vulkaniergruß beizubringen, als ich noch im Kindergarten war, so viel ist sicher. Und später wurde Star Trek wahrscheinlich das zweite Franchise (nach der Sendung mit der Maus), von dem ich mich „Fan“ genannt hätte. Wir haben auf dem Schulhof „Raumschiff Enterprise“ nachgespielt. Die Diskussion war damals: Kirk oder Picard? Aber ob man überhaupt Star Trek geschaut hat – das war keine Frage. Es war eine große Sache und es wurden immer mehr Serien, so fühlte es sich jedenfalls an. Ich war begeistert, jedenfalls meistens, wollte auch ein Holodeck und konnte es nicht erwarten, Computer endlich per Stimmbefehl bedienen zu können. (Wenigstens das hat sich erfüllt, und ich kann heute sogar ein Tablet für mehrere Aufgaben nutzen, anstatt einen ganzen Stapel zu brauchen.)

Die Serien der 90er gingen zu Ende und ich muss sagen, für mich haben dann auch andere Dinge eine wichtige Rolle gespielt. Hätte mich jemand gefragt, hätte ich mich noch immer als Trekkie bezeichnet, aber es war alles ein wenig distanzierter. Ich war im Kino, habe jeden der Kelvin-Filme geschaut, keine Frage.

Und jetzt wird Star Trek 60.

Ein Riesenjubiläum und trotzdem scheint im Fandom Untergangsstimmung zu herrschen. Warum eigentlich?

Ich habe einen Blick in das Jubiläumsbuch zu 40 Jahre Star Trek geworfen, weil in meiner Erinnerung früher alles besser war. Und was lese ich? Untergangsstimmung, Enterprise war abgesetzt und die J.J. Abrams-Filme nur ein Versprechen, auf das man nicht recht vertrauen wollte.

Kommt uns ein wenig bekannt vor, oder? Die laufenden Serien gehen ihrem Ende entgegen: Strange New Worlds wird im nächsten Jahr mit der fünften Staffel abgeschlossen, Starfleet Academy – ebenso unterbewertet wie damals Enterprise – soll gar nur zwei Staffeln bekommen. Und dann Schluss.

Aber vielleicht sollten wir auch einmal schauen, was dann kam. Nicht nur das Kino-Reboot, sondern auch ein ganzer Satz neuer Serien erschien, nachdem Star Trek das letzte Mal totgesagt wurde. Discovery hat nicht nur neue Perspektiven, sondern auch eine ganz neue Zeit erschlossen. Prodigy, wenn auch leider stiefmütterlich von Paramount behandelt, hat bewiesen, dass Star Trek intelligente Kinderunterhaltung kann. Es ist sehr zu hoffen, dass dieses kleine Juwel nicht vergessen wird, sondern seinen rechtmäßigen Platz im sogenannten „Home of Star Trek“ zurückbekommt. Picard hat die alte Crew wieder zusammengeführt und uns ganz neue Borg brought. Es gab sogar einen weiteren Film, wenn auch nicht im Kino: Section 31 hat viel Kritik bekommen – einiges war durchaus berechtigt, anderes zeigte vor allem die dunklen Seiten des Internets.

Wie alle, die mich kennen, wissen (weil ich nicht die Klappe halten kann, wenn das Thema darauf kommt), ist ausgerechnet Lower Decks blitzschnell zu meiner Lieblingsserie aufgestiegen. Humor, Charakterentwicklung, Liebe zum Detail und eine gehörige Portion Chaos machen den Charme aus, mit dem die Serie nicht nur mich überzeugt hat. Strange New Worlds überschreitet mit jeder neuen Folge die Grenzen des Genres in jede Richtung. Dabei werden sie für einige von uns manchmal zu experimentell, aber jede Folge, die einem zu viel ist, ist in den Augen eines anderen Fans die beste. Und natürlich Academy: Ich persönlich hatte keine großen Erwartungen daran und war extrem positiv überrascht. Welch eine Freude – eine Serie, die wieder wirklich alles verkörpert, was ich an Star Trek liebe. Zum Glück sahen das auch andere so, und so konnte ich mich freuen, nach dem Ende unseres Podcast-ProjektsVier unter Deck“ ohne große Pause bei „Logbuch Akademie“ mitstarten zu können. Dort besprechen wir diese neueste Star Trek-Serie, und da sich abzeichnet, dass wir damit nicht schnell sind, habe ich noch einige Zeit, um davon zu zehren.

Was macht jetzt also Star Trek aus? Ist es tot? Wohl kaum. Die Szene ist lebendig, und auch wenn es online leider oft anders erscheint, sind Trekkies eine fröhliche, diskussionsfreudige und tolerante Gruppe.

Auch die monatlichen TrekDinner in Schwerin beweisen es jedes Mal wieder: Wenn 10 von uns eine Folge diskutieren, werden mindestens 15 Meinungen dazu vertreten, manchmal lautstark. Aber wir bleiben eben immer respektvoll zueinander – und dasselbe erlebe ich in den Diskussionen zu den Podcasts, bei denen ich das Glück habe, mitwirken zu dürfen. Wir sind nicht immer derselben Meinung und unsere Hörer*innen erst recht nicht, aber uns alle eint doch die Freude daran, dieses Franchise mit Leben zu füllen. Und solange ich jedes Mal, wenn ich meinen Badge als Brosche trage, von irgendjemand Wildfremdem im Zug ein Lächeln und die zum vulkanischen Gruß erhobene Hand geschenkt bekomme, solange wie selbst bei uns im kleinen Wismar bei Anti-Nazi-Demos die Klingonen gegen Rechts mitlaufen, ist Star Trek nicht tot. Und in 20 Jahren schauen wir mal, ob wir nicht wieder ein paar tolle neue Produktionen gesehen haben – ich würde darauf wetten! 

Qapla’!
Daniela

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