Logbuch des Rezensenten: Star Trek: Strange New Worlds – Staffel 4, Episode 5: „Stufe-5 Transporterunfall“
von charlyonthebridge
Computer, Logbuch des Rezensenten: Star Trek: Strange New Worlds – Staffel 4, Episode 5: „Stufe-5 Transporterunfall“
Faszinierend. Ich beginne diese Rezension ganz entspannt mit den magischen Worten: Die Muppet Show hat sich direkt auf die Enterprise gebeamt!
Die wunderschöne NCC-1701 fliegt majestätisch durchs All. Spock eröffnet die Episode mit einem Logbucheintrag und verkündet den Kurs gen Vulkan. Doch wie so oft im Föderationsall kommt eine Umleitung dazwischen: Wegen akuter Piraterie im Sektor soll die Crew für Sicherheit im rizonianischen Raum sorgen.
![]() |
| © Paramount+ |
Wurzelsuppe, Ferengi-Neid und der Transporterpuffer
Scotty fragt sich unterdessen philosophisch, ob man für den Warentransport überhaupt noch Schiffe braucht, was uns schnurstracks in das katastrophale Debakel dieser Folge katapultiert. 27.000 Kilometer Beam-Reichweite? Pah! Für Scotty ist das reine Anfänger-Leistungsstufe. Er experimentiert am Transporter herum wie einst Neelix an seiner berüchtigten Leola-Wurzelsuppe. Sein Ziel: Eine Puppe namens Little Ricky zum am weitesten entfernten Beam-Objekt aller Zeiten zu machen und die Ex-Kadetten so neidisch zu stimmen wie einen Ferengi auf den Latinum-Besitz seines Nachbarn.
![]() |
| © Paramount+ |
Liebeskummer, Logik und Quantensprünge
Spock findet das Experiment gleichermaßen fragwürdig wie faszinierend – genau wie seine anstehende Tanzstunde mit La’an. Im echten Leben ein Paar, macht La’an hier sprichwörtlich nicht nur mit dem Tanzen Schluss. Spock wird mal wieder versetzt und sitzen gelassen. Ist ein solches Beziehungs-Trauma womöglich der wahre Grund, warum er sich später komplett der vulkanischen Logik verschreibt? Und ist das am Ende dieselbe emotionale Kernschmelze, die Anakin Skywalker zu Darth Vader werden ließ? (Verzeiht diesen kurzen Quantensprung ins andere Franchise.)
![]() |
| © Paramount + |
Pikes Stuhl und das große Plüsch-Rematerialisieren
Captain Pike hat unterdessen beste Laune. Der Grund? Pelia hat ihm einen brandneuen Captain’s Chair verpasst: vollbiometrisch und mit Sprachsteuerung. Ich habe direkt versucht, das Teil auf eBay zu suchen, aber die Lieferzeiten aus dem 23. Jahrhundert sind ein Albtraum. Dann nimmt das Verhängnis seinen Lauf: Scotty startet seinen Feldversuch. Spock platziert derweil in einem Shuttle die nötigen Relais-Bojen der Matrix und muss entsetzt mitansehen, wie sich die gesamte Enterprise inklusive Crew plötzlich in Nichts auflöst. Doch als das Schiff rematerialisiert, ist nichts mehr wie zuvor: Durch Scottys Transporterunfall hat sich die gesamte Besatzung – außer Spock – in Plüsch verwandelt. Ja, richtig gehört: Die Crew ist jetzt eine vollwertige Muppet-Truppe!
Vulkanischer Slapstick und Plüsch-Erleuchtung
Selbst T’Pring taucht auf. Sie trägt nun nicht mehr nur den unterhaltsamsten vulkanischen Namen der Galaxis, sondern bringt mich in ihrer neuen Puppengestalt endgültig zum Lachen (Niagarafälle!). Und Pelia? Die passt plötzlich perfekt in dieses schrille Szenario. Da sie weder ihren Habitus noch ihre Stimme anpassen muss, wirkt ihre Muppet-Version wie das natürlichste Habitat der Welt – als wäre sie endlich zu Hause angekommen. Scotty ist natürlich der Buhmann des Tages: Er hat beim Beamvorgang versehentlich Little Ricky im Transporterpuffer mit der Gen-Struktur der gesamten Mannschaft verschmolzen. Das handfeste Problem an der Sache: Eine Puppen-Crew kann die Enterprise nur schwerlich bedienen. Die gesamte Last ruht nun auf Spocks sprichwörtlichen vulkanischen Schultern. Dass Admiral April beim Subraum-Call extrem wenig Verwunderung über diesen Zustand zeigt, verwirrt mich fast noch mehr als der berüchtigte Joystick auf der Enterprise-E (Insider!).
Gefühle aus Filz und die orionische Bedrohung
Doch auch Puppen besitzen emotionale Tiefe. La’an wird beim Versuch der Rückverwandlung beschädigt. Nachdem Spock ihr kurzerhand den abgerissenen Plüscharm wieder angenäht hat, gesteht sie ihm ganz offen, dass sie eigentlich froh über ihre Filz-Existenz ist: Als Puppe kann sie niemanden verletzen oder die Kontrolle verlieren. Spock selbst erleidet kurz darauf eine emotionale Panikattacke und kassiert prompt eine vulkanische Backpfeife von Muppet-T’Pring, um ihn wieder auf den Pfad der Logik zu katapultieren. Und wie das Schicksal im Alpha-Quadranten so spielt: Ein orionisches Piratenschiff geht auf Abfangkurs. Durch einen Bedienungsfehler Uhuras bemerken die Orioner den fluffigen Zustand der Besatzung und eröffnen das Feuer. Da Spock der einzige handlungsfähige Offizier an Bord ist, hechtet er wie ein bekiffter Gorn von einer Konsole zur nächsten. Schließlich wird er beim Entern außer Gefecht gesetzt, die Puppen-Crew fliegt als Wurfgeschoss durch die Gegend und die Orioner übernehmen das Kommando.
Zorn des Khan im Plüsch-Format
Captain Pike versucht heldenhaft, Spock zu retten. Doch es kommt, wie es kommen muss: In einer anidächtigen Szene, die stark an Der Zorn des Khan (1982) erinnert, wird Pike vor Spocks Augen von den Orionern ins eisige Weltall befördert. Aber wir lernen schnell: Das Vakuum des Alls kann einer Stoffpuppe absolut nichts anhaben! Pike überlebt mühelos und nutzt die Zeit in der Unendlichkeit, um seinen philosophischen Gedanken freien Lauf zu lassen.
Der finale Befreiungsschlag
Nach einem tiefgreifenden Umdenken schmiedet Pike mit der Mannschaft einen Plan, der einer Puppen-Crew würdig ist. Die Orioner versuchen zwar, Spock mit T’Pring zu erpressen, doch da Stoffpuppen reichlich wenig Schmerzempfinden besitzen, verpufft die Drohung wirkungslos. Spock befreit sich und übernimmt in einem epischen Plüsch-gegen-Orioner-Kampf auf der Brücke wieder die Kontrolle über die Enterprise. Am Ende schweben alle noch einmal gemeinsam als Stofffiguren durch den Weltraum – bis klar wird, dass Spock das alles nur geträumt hat. Da dürfte so mancher Trekkie spürbar aufgeatmet haben. Ende gut, Puppe gut!
Fazit:
Einfach grandios!
LLAP



Kommentare
Kommentar veröffentlichen