Star Trek: Strange New Worlds – Zweitrezension von Daniela zum Staffelfinale: Die Enterprise von Morgen
Staffelfinale, und was für eins. Dieses Mal folgen wir Uhuras Erzählung, die uns in die Untersuchung eines weißen Loches mitnimmt. Natürlich bleibt das nicht ohne Probleme: Irgendetwas eruptiert aus dem Loch, wodurch die Enterprise kräftig durchgeschüttelt wird und nicht mehr entkommen kann. Nyota Uhura hat allerdings vorher ein Signal aus der Anomalie gehört, das anzudeuten scheint, dass sich Scotty in Lebensgefahr befindet. Allerdings erst in der Zukunft – und La'an erklärt ihr eindeutig, dass Zeitlinien nicht verändert werden dürfen.
Dann treffen wir die Uhura von einem Jahr später, die ein schwarzes Loch untersucht. Auch dort gibt es ein Signal, eine Eruption und es kommt zu einem Unfall, nach dem Scotty bereits seit einem Jahr tot ist...
Zeitverschiebung und Detektivarbeit
Die beiden Uhuras können über die Anomalie miteinander kommunizieren und dabei ausnutzen, dass alles, was Uhura in der Vergangenheit in die Wege leitet, ein Jahr später bereits getan ist. Dennoch haben sie Schwierigkeiten, unauffällig zu bleiben, und spätestens als sie vertauscht werden, finden die Captains schnell heraus, dass sie es mit Zeitreisenden zu tun haben.
Dennoch vertraut sowohl Captain Pike in der uns bekannten Zeit als auch Captain Kirk ein Jahr später Uhura ausreichend, um ihr die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen, damit sie die Situation löst. Es ist faszinierend zu sehen, wie clever die Autoren hier die Zeitanomalie nutzen, um Uhura in der kurzen Zeit einer Folge nachvollziehbar Probleme lösen zu lassen, die monatelange Berechnungen und Experimente erfordern.
Ein Blick in die Zukunft der TOS-Ära
Außerdem bekommen wir einen Blick auf die TOS-Ära der Enterprise, wie sich die SNW-Autor*innen sie vorstellen. Unsere bekannte Crew wurde optisch noch ein wenig näher an ihre Vorbilder geführt: Dinge sind geschehen, Pike, La'an und Ortegas sind nicht länger Teil der Crew. Die Zusammenarbeit hat sich verändert, aber die Neugier ist geblieben.
Im Hintergrund sehen wir einige Charaktere, die wir nicht an Bord der Enterprise erwartet hätten:
Ein Areoreaner, wie wir sie in Lower Decks (Eine mathematisch perfekte Vergeltung) gesehen haben – kanonisch natürlich unproblematisch, handelt es sich doch um eine warpfähige Spezies.
Lieutenant M'Ress mag überraschend sein, aber was spricht dagegen, dass sie zunächst ein paar Jahre in der Delta-Schicht verbringt?
Mich hat allerdings ein Gorn in Sternenflottenuniform verwundert! Haben die Metronen eingegriffen? Handelt es sich um einen Dissidenten, der seiner Spezies den Rücken gekehrt hat? Allerdings war auch in Enterprise (Die dunkle Seite des Spiegels) ein Gorn an Bord der Defiant, die aus dem Prime-Universum stammte – die Feindschaft wird also wohl nicht ewig so extrem bleiben.
Zwischen Canon-Debatte und Charakterentwicklung
Natürlich wird es einige Zuschauer*innen geben, die unzufrieden damit sind. Wie immer gibt es das Geschrei um den gebrochenen Kanon und Gejammer darüber, dass es nicht reicht, die Frisuren anzupassen. Aber für mich hat es gut funktioniert.
Ich sehe eindeutig, wie sich aus der SNW-Enterprise etwas entwickeln könnte, das wir in TOS und TAS gesehen haben – und ganz besonders, wie sich aus der nach wie vor sehr jungen, nervösen Uhura die hochprofessionelle Offizierin entwickelt, die an Kirks Seite stand.
Die Story dieser Folge ist dicht erzählt und spannend. Der Sprung zwischen den Zeiten funktioniert gut, und trotz der dramatischen Ereignisse entsteht jede Menge Situationskomik aus Uhuras Verwirrung. Die beiden Uhuras sind fantastisch gespielt, und es ist nicht nur die Frisur, die sie unterscheidet: Pokerface und Lügen – das sind Dinge, die sie erst in dem Jahr lernt, um das es geht (oder gelernt haben wird?).
Fazit
Das Beste an der Folge ist aber, dass wir wieder eine Episode ohne Schurken und ohne böse Absichten sehen. Probleme können einfach relativ neutral sein, und auch wenn eine weitere Spezies im Inneren der Anomalie involviert ist, handelt es sich nicht um Feinde und niemand versucht, das Universum zu zerstören.
Genau das ist es, was ich mir von Star Trek wünsche! Mit diesem Knaller geht es in eine Staffelpause – ganz ohne Cliffhanger, und trotzdem kann ich es kaum erwarten zu sehen, was als Nächstes kommen wird.
LLAP



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