Star Trek: Strange New Worlds S4 Episode 7: "Wie Chronitonen durch das Stundenglas" — Zweitrezension von Daniela

Typisch für Strange New Worlds bekommen wir auch diese Woche etwas völlig anderes zu sehen als letzte. 

Auf die klassische Sci-Fi-Action-Episode folgt nun eine Soap-Opera.

Wir folgen Christopher Pike durch die Episode, der der Einzige ist, dem klar ist, dass nicht alles so ist, wie es sein sollte; er befürchtet zunächst ein weiteres Musical. Das vollkommen übertrieben melodramatische Verhalten der Crew und die absurden Vorkommnisse lassen den Captain schnell erkennen, dass das Wesen zurück ist, das wir als Trelane kennen – auch wenn die Crew der Enterprise ihn nur als Hochzeitsplaner kennt. Er gibt sich Pike dann durchaus zu erkennen, erklärt, dass er als Schularbeit eine Soap-Opera auf der Enterprise inszeniert und erst wieder gehen wird, wenn die Storylines durchgespielt sind, in denen menschliche Emotionen durchgearbeitet werden sollen.

Captain Pike muss sich also mit dem Schiffscounselor Eleanor Chivers und einer überraschenden Tochter auseinandersetzen, M'Benga mit der Sorge, nicht gut genug zu sein, und La’an entführt Sybok, um Spock das Leben zu retten. Alles durchgängig inszeniert im Stil der Seifenopern der späten 80er- und frühen 90er-Jahre – mit übertriebener Lichtstimmung, plötzlichen Enthüllungen und melodramatischen Pausen. Und tatsächlich: Trelane hält Wort und lässt die Crew frei, nachdem die Handlungsstränge zu seiner Zufriedenheit aufgelöst sind und er eine passable Note bekommt.

Die Frage bleibt: Funktioniert das? Und ich muss leider sagen: für mich nicht. Das Konzept wäre fantastisch für einen Short Trek. Es gibt durchaus ehrlich lustige Momente dadurch, dass Pike normal ist und wahrnimmt, wie seltsam alles ist. Sein Augenrollen bei jedem unnötig melodramatischen Satz ist wirklich überzeugend, und es hilft, dass er von dem Wesen, das uns letztlich als Q Junior bestätigt wurde, ebenso genervt ist wie ich. Dennoch fehlt es dieser Folge an Substanz in der Handlung. Die Inszenierung als Gimmick trägt nicht dauerhaft, und ansonsten bleibt mir zu wenig übrig.


Ein letzter positiver Aspekt für mich ist immerhin das Ende, als die Crew wieder Herr ihrer Sinne ist und tatsächlich darüber gesprochen wird, wie sie füreinander empfinden und was die Erinnerungen für sie bedeuten. Besonders gut finde ich dabei, dass die Counselor nicht verschwunden ist und Pike endlich mit ihr spricht – es gibt ja genug, das er zu verarbeiten hat. Und hier ist Strange New Worlds dafür zu loben, dass man nicht vergisst, was bisher passiert ist: Pike muss mit dem Leben umgehen, das er in einer Vision mit Marie Batel teilen konnte und das ihm in der Realität verwehrt bleibt. La’ans nicht wirklich überwundene Trennung von Spock bleibt Thema, Ortegas’ Selbstzweifel nach der Gefangenschaft bei den Gorn bleiben ein Teil von ihr, und selbstverständlich leidet Uhura unter dem Verlust ihrer Eltern.

Für diejenigen, die ein Argusauge auf die Kontinuität zu TOS haben: Noch immer weiß niemand auf der Enterprise Trelanes Namen, und nur Pike weiß, wie er aussieht. Allerdings wurde Sybok hier vielleicht ein wenig zu früh eingeführt – seine Obsession mit schmerzhaften Erinnerungen passt aber immerhin hervorragend ins Konzept.


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