60 Jahre Star Trek — Außenmission Bottrop Kirchhellen

Leider war der Termin recht kurzfristig angekündigt und daher schwierig zu verwirklichen – so war ich am Ende allein auf dem Weg nach Bottrop. Da die Fahrt doch recht lang ist, bin ich bereits am Montag angereist und hatte mir ein Zimmer in der Nähe genommen. So war ich am Dienstag, den 8. September, bereits früh am Tag – eine gute Viertelstunde vor der Öffnung – am Movie Park Germany.



Einmal kurz umgeschaut und ich konnte feststellen, dass signifikant weniger Personen anstanden, als viele von uns erwartet hatten. Dafür war die Dichte an Cosplays und Uniformen extrem hoch. Wer keine Uniform zur Hand hatte, war zumindest im Star Trek-T-Shirt angereist. Gleich in der Schlange kam es zu kurzen, freundlichen Interaktionen, während Komplimente und Tipps getauscht wurden. Zu meiner großen Freude waren wirklich alle Serien und Bereiche vertreten – und ich durfte feststellen, dass ich nicht die Einzige mit einer Vorliebe für Scants bin!

Um kurz vor 10 Uhr verteilte ein netter Mitarbeiter die Tageskarten für den Einlass und die Türen öffneten sich für die sehr bunte Menge. Nach einem kurzen Sicherheitscheck gab es als nette Überraschung für diejenigen, die ein Kostüm trugen, einen kleinen Goodie-Beutel (zumindest für die ersten 100 Gäste, aber das dürften alle gewesen sein, die bereits bei Öffnung da waren).

Als dedizierter Lower Decks-Fan habe ich gleich die Gelegenheit genutzt, um die neben mir stehende Person, die Boimler cosplayte, um ein gemeinsames Bild zu bitten. Ich durfte sogar den Moopsie halten! In freudiger Erwartung strömten wir alle in Richtung Starfleet Plaza, wo wir den Hauptteil der Veranstaltung erwarteten.

Bühnenprogramm und Aussteller auf der Starfleet Plaza

Bereits ein Stück davor befand sich die Bühne, auf der es den ganzen Tag Programm geben sollte. Dort stand auch eine Mitarbeiterin, die netterweise für alle immer wieder wiederholte, was alles geplant war. Ich fragte sie, ob das Programm irgendwo aushänge – bisher leider nicht, sie wollte aber nachfragen. Hier ein kleiner Kritikpunkt: Das ist leider nicht passiert. Wenn man einen Programmpunkt sicher sehen wollte, musste man an der Bühne bleiben, denn auch online gab es eher eine grobe Übersicht als einen konkreten Zeitplan. Schade.

Ich wollte nun erst einmal sehen, was es mit den Ausstellern an der Starfleet Plaza auf sich hatte. Hier gab es ein Spielzelt, in dem das neue Magic: The Gathering-Set vorgestellt werden sollte. Als ich da war, konnte das Team leider die Karten nicht finden, daher habe ich mich mit einem Blick auf die Plakate begnügt: Kirk hat selbstverständlich seine eigene Karte bekommen, Janeway ebenfalls, und auch der Salzvampir ist verewigt. Später habe ich noch einmal einen Blick ins Zelt geworfen – da waren allerdings alle Tische besetzt. Da ich allein unterwegs war, hätte ich ohnehin erst einmal Mitspieler suchen müssen. Für die Magic-Spieler*innen unter den Trekkies aber sicher ein schönes Set! Für Gamer wurden ebenfalls ein paar neue Spiele vorgestellt, allerdings hätte ich mehr Zeit und Ruhe gebraucht, um mich dort einzufummeln.

Dafür bin ich an den Stand der Post gegangen, wo die Jubiläumsbriefmarke vom Philatelie-Team der Post vorgestellt wurde. Man konnte sie dort direkt erwerben (keine Sorge: wer stilechte Briefe verschicken will, bekommt sie auch in den Postfilialen). Hier gab es netterweise gleich ein paar Postkarten gratis dazu – auf Wunsch sogar eine Fotopostkarte mit dem eigenen Bild, die ich natürlich direkt mit dem speziellen Sonderstempel nach Hause geschickt habe.

Klingonisch, KI und Synchronsprecher

Vor dem Starfleet Recruitment Center (der Star Trek-Achterbahn) habe ich dann Tobias vom TrekDinner Essen getroffen, mit dem ich mich online verabredet hatte. Gemeinsam haben wir uns die Ausstellung im Wartebereich angesehen, die für diesen Anlass durch das Filmwelt-Center aufgestockt wurde. Auch die normalerweise abgesperrte Brücke der Enterprise-D durfte besichtigt und für Fotos genutzt werden (solange man sich nicht hinsetzte).



Wir wollten auch etwas vom Bühnenprogramm mitbekommen und hörten den Vortrag von Lieven Litaer zur Entwicklung der klingonischen Sprache. Der inhaltliche Teil war für mich zwar nicht ganz neu, aber die klingonischen Werbespots, mit denen er die Ausführungen ergänzte, waren wie immer sehr unterhaltsam. Ob es nötig war, im letzten Abschnitt fünf verschiedene Varianten zu zeigen, in denen ChatGPT ihn als den größten Klingonischkenner der Welt feiert, lasse ich mal dahingestellt. Der Aufhänger war ja, dass Sprachmodelle nicht geeignet seien, ins Klingonische zu übersetzen – ich persönlich hätte es daher spannender gefunden, ein Beispiel für eine solche Falschübersetzung mit der richtigen Variante erklärt zu bekommen.

Im weiteren Verlauf sprach Hubert Zitt über Technologien aus Star Trek und unsere Zukunft. Zudem gab es Interviews mit Synchronsprechern: Gertie Honeck und Michael Tietz sprachen vor allem über ihren Werdegang und ihre Liebe zum Theater, während spätes Sven Plate und Michael Pan auf die Herausforderungen der Branche eingingen. Beides durchaus hörenswert! Da das gesamte Programm auf Pluto TV übertragen wurde, existieren Aufzeichnungen, die sich sicher über kurz oder lang online finden lassen.



Der für mich interessanteste Programmpunkt war der Vortrag von Rebecca Haar zu KI in Star Trek – vor allem, weil sie die sozialwissenschaftlichen Fragen nach Rechten und deren Entwicklung über die vielen Serien in den Fokus gestellt hat. Der Vortrag korrespondiert mit ihrem Buch „Kann der Bordcomputer denken?“, das ich mir sicher in naher Zukunft besorgen werde.

Einsatz im Borg-Kubus & der Podcastgipfel

Natürlich war ich nicht in einen Vergnügungspark gefahren, um die Achterbahn zu ignorieren! Am Nachmittag wandte ich mich wieder dem Starfleet Recruitment Center zu, wo nun eine simulierte Mission lief: Wir wurden in einen Transporterraum geführt, auf die Brücke „gebeamt“ und dort von einer Sternenflottenausbilderin in die Mission eingewiesen: Mit einem Shuttle mitten in einen Borgkubus fliegen, diesen zerstören und im letzten Moment die entführte Crew der Enterprise retten. Dann der Zustieg ins Shuttle, die Hangartore öffneten sich und ab ging die Fahrt. Ich kannte die Achterbahn zwar schon, aber das Schauspiel, das für dieses Event außen herum gebaut wurde, hat richtig Spaß gemacht.

Nach der Fahrt gab es den großen Podcastgipfel auf der Bühne: Planet Trek, das Discovery Panel und Trek am Dienstag stellten ihre Lieblingsfolgen vor. Leider fiel dabei auf, dass hauptsächlich Männer auf der Bühne landeten. Nichts gegen Trek am Dienstag oder das Discovery Panel – beides tolle Podcasts –, aber es wäre wirklich schön, wenn bei solchen Events weniger das Klischee vom rein männlichen Trekkie weiter bedient würde.

Als Höhepunkt für Pluto TV galt die große Verlosung einer prall gefüllten Merch-Box. Leider habe ich nicht gewonnen (hätte aber ohnehin nicht gewusst, wie ich den ganzen Kram in der Bahn hätte transportieren sollen). Der Gewinner hat sich jedenfalls derart ansteckend gefreut, dass wir es ihm alle von Herzen gegönnt haben. Danach folgte noch ein kurzer Besuch im Fan-Shop, wo ich auf Sebastian von Trek am Dienstag traf, der netterweise ebenfalls Zeit für ein kurzes Schwätzchen hatte.

Tja, und dann neigte sich der Tag dem Ende zu. Auch wenn es sich gelohnt hätte, mit noch mehr Leuten ins Gespräch zu kommen, war es für mich Zeit, zur Unterkunft zurückzufahren. Auch das Wetter, das uns den ganzen Tag mit Sonnenschein verwöhnt hatte, schlug nun um. Im beginnenden Regen warf man sich noch ein paar Abschiedsworte zu und wir gingen alle unserer Wege.

LLAP Daniela


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