Strange New Worlds S4 Episode 6: „Schichtende“ Zweitrezension von Daniela

Es sollte ein entspannter Feierabend für die Alpha-Schicht sein, doch ein vorbeifliegendes Wurmloch reißt die Enterprise in einen Slipstream. Die enorme Energie richtet sofort erhebliche Schäden an, die immer schlimmer werden und das Schiff zu zerstören drohen. Auf der Krankenstation wird Dr. M’Benga lebensgefährlich verletzt und gleichzeitig werden die Crewmitglieder effektiv voneinander abgeschnitten, sodass sie einander nicht zur Hilfe kommen können. Es ist Christine Chapel, deren Lösungsvorschlag geeignet ist, die Gesetze der Physik neu zu schreiben ...


Nach dem lustigen Puppenspiel der letzten Woche wird es in dieser Folge wieder sehr ernst: Die gesamte Crew schwebt in Lebensgefahr. Was der Spannung ein wenig schadet, ist der Umstand, dass die beiden Charaktere, um die wir uns die größte Sorge machen sollen – Joseph M’Benga und Spock –, ganz klar mit Plot Armor ausgestattet sind. Die Spannung wäre vermutlich noch etwas stpositionierter, wenn die akute Lebensgefahr Charaktere wie Ortegas, Una oder La’an beträfe, die in TOS nicht mehr auf dem Schiff sind.

Die andere Kritik an der Folge ist sicher, ob die erlittenen Verletzungen so drastisch in Szene gesetzt werden müssen – wieder sehen wir abgetrennte Finger und offene Brüche in Großaufnahme. Allerdings sind diese Elemente gut in eine sehr klassische Star Trek-Handlung eingebettet. Wir haben eine Raumanomalie, das Schiff gerät dadurch in extreme Gefahr und alle versuchen, so gut es geht, zu einer wissenschaftsbasierten Lösung beizutragen. Das wird vor allem diejenigen freuen, die sich zwischen all den Special-Event-Folgen mal wieder eine ganz normale Star Trek-Folge gewünscht haben, und es funktioniert gut. Die Spannung bleibt bis zum Ende hoch und man fragt sich mehrmals, ob sie es überhaupt schaffen, eine Lösung zu finden, oder ob es am Ende eine Erklärungsnot mit Zeitzurückdrehen geben muss.

Bei all dem Stress und der wirklich nicht geringen Action ist es keine große Folge für die Charakterentwicklung, aber wir sehen sehr persönliche Entfaltungen – vor allem bei Christine Chapel, die versucht, das Unmögliche möglich zu machen, um ihrem Freund M’Benga das Leben zu retten. Und gleichzeitig beginnt sie darüber zu reflektieren, ob sie sich nicht langsam festlegen sollte, wo sie hingehört.

© Paramount+

Ebenso sehen wir ein weiteres Stück auf Scottys Weg, vor allem zu mehr Selbstvertrauen, denn bisher scheint er der Einzige zu sein, der nichts von seiner Brillanz weiß.

„Schichtende“ ist damit eine wirklich solide, gute Folge. Ein paar der technischen Details sind wie immer ein wenig fragwürdig (wie oft müssen sie wohl in der Bar die künstliche Gravitation zurücksetzen, dass es einen eigenen Schalter dafür gibt?), aber nichts ist so absurd, dass es einen vollkommen aus der Folge wirft. Ich habe es sehr genossen, mal wieder eine „normale Folge“ in SNW zu sehen. Es ist gut zu wissen, dass sie auch das können und nicht nur die Extreme. Andererseits ist sie genau deshalb sicher auch nicht herausragend. Vermutlich wird sie das Fandom weniger spalten, denn es ist keine der Folgen, die man nur hassen oder lieben kann, sondern eine spannende Sci-Fi-Geschichte zum Mitfiebern.

Daniela

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