Ein Jahr Blog: Von der Notlösung zum Herzensprojekt

Es ist nun ein Jahr her, seit dieser Blog online ging – und wenn ich ehrlich bin, war er ursprünglich gar nicht als solcher geplant. Wer zum allerersten Beitrag zurückscrollt, erkennt schnell den eigentlichen „Vater oder auch die Mutter
des Gedankens“: Es war schlichtweg Werbung.

Im Oktober 2024 riefen Andreas Milde und ich gemeinsam das TrekDinner in Schwerin ins Leben. Andreas ist im Fandom auch als Cosplayer andersons_starfleet bekannt – und wollte mittels seiner Reichweite die Werbung unter die Leute bringen, während ich mich um die Location und Gestaltung der Flyer kümmerte.

Für ein erstes Mal, bei dem wir ehrlich gesagt nicht so recht wussten, was wir taten, machte das TrekDinner viel Spaß – ebenso das zweite und das dritte und so weiter. Allerdings hatten wir keine verlässlichen Besucherzahlen, und wir wussten im Vorfeld weder ob noch wie viele Gäste kommen würden. Das war damals noch relevant, weil wir 50 € Miete für den Klub Einblick zahlten (mittlerweile stellt uns der Klub Einblick seine Räumlichkeiten freundlicherweise kostenlos zur Verfügung, was vieles einfacher macht und den Druck aus der ganzen Sache nimmt).

Also weiteten wir die Werbung aus: Statt uns nur auf digitale Flyer zu verlassen, ließen wir auch gedruckte anfertigen – und verteilten sie an Orten, an denen Star-Trek-Fans zu vermuten waren. Also überall. Wer nichts damit anfangen kann, ignoriert einen Flyer ohnehin. Aber wer die Silhouette der Enterprise – egal ob mit A, B, C, D, NX oder ganz ohne Buchstaben dahinter – im Schlaf erkennt, könnte ein potenzieller Gast sein. Und tatsächlich: Es fruchtete. Nur nicht in der Intensität, die ich mir erhofft hatte.

Also musste die Werbekampagne erweitert werden. Gefühlt traf man überall auf Star-Trek-Fans – und diese wussten nichts vom TrekDinner in Schwerin. Lagen wir mit unserer Werbung am Zielpublikum vorbei? Ein schneller Check ergab: Ein Großteil der Fans ist gar nicht auf Social Media unterwegs, und unsere kleinen Flyer gingen wohl im Gewirr verschiedenster Werbematerialien unter. Also musste etwas her, das auffällt – und das Menschen erreicht, die weder Instagram noch Facebook nutzen und kein Konto brauchen sollten, um von uns zu erfahren.

Die Lösung: eine Fake-Zeitung. Der Star Dispatcher – gestaltet wie eine echte Zeitung, mit reißerischen Schlagzeilen wie „Unbekanntes Flugobjekt über dem Schweriner Schloss“. Alteingesessene Fans würden den Namen kennen, andere würden vielleicht allein durch die Schlagzeile neugierig. Wer zu lesen begann, wurde mitten im Artikel unterbrochen – und fand auf der Rückseite einen QR-Code, der direkt zu unserem Blog führte, den ich mit Google-Bordmitteln erstellt hatte. Kein Account, keine App, kein Algorithmus. Einfach scannen, lesen, bleiben – wenn man möchte. Und mit etwas Glück stolperte man dabei auch gleich über das nächste TrekDinner, das wir jeden dritten Samstag im Monat in Schwerin im Klub Einblick veranstalten.

Und was soll ich sagen: Es hat funktioniert. Ich konnte es kaum glauben – aber der Artikel wurde schon in den ersten drei Tagen für Schweriner Verhältnisse erstaunlich oft angeklickt. Für ein Treffen, von dessen Existenz zuvor nur eine Handvoll Menschen wusste, war ich sehr zufrieden.

Von der Werbung zum Blog

Dann passierte etwas Unerwartetes: Der Blog entwickelte eine Eigendynamik. Wenn die Plattform schon einmal da war, wollten wir sie auch zwischen den TrekDinner-Terminen füllen. Wir begannen, Mitglieder vorzustellen und persönliche Berichte zu teilen – etwa zur FedCon 2025. Es ging uns nicht um hochtrabenden Journalismus, sondern um den authentischen Austausch unter Gleichgesinnten.


Und dann kam Charly 

...besser bekannt als charlyonthebridge auf Instagram. Pünktlich zum Start der dritten Staffel von Star Trek: Strange New Worlds schrieb er sich quasi die Finger wund und lieferte mitunter schon wenige Stunden nach Veröffentlichung der neuesten Folge eine Rezension ab – mit beachtlichem Erfolg, denn einige davon werden bis heute gelesen. Mit Star Trek: Starfleet Academy setzte er das routinemäßig fort. Neben Rezensionen und Monatsrückblicken stießen immer wieder unterschiedliche Berichte von Fans für Fans in die unendlichen Weiten des World Wide Web vor.

Ist das viel?

Nach einem Jahr stehen wir nun bei rund 18.000 Aufrufen. Ich habe mich gefragt, ob das viel ist – und fühlte mich dabei ein wenig wie Kirk in Star Trek IV, der beim Verkauf seiner antiken Brille unsicher ist, ob 100 Dollar viel sind. Also fragte ich Björn Sülter, mit dem ich gelegentlich schreibe und der ganz andere Reichweiten kennt. Seine Antwort war schlicht: „Spielt das eine Rolle?“

Meine Antwort: Eigentlich nicht. Der Blog ist ein Herzensprojekt, entstanden aus der Liebe zu Star Trek, gemacht aus Spaß an der Freude, für unser TrekDinner von Fans für Fans. Stolz sind wir trotzdem.

Zum Jubiläum möchte ich daher einen Aufruf starten: Wenn du Lust hast, diesen Blog mit eigenen Artikeln, Berichten oder Geschichten mitzugestalten, bist du herzlich willkommen! Schreib uns einfach an.


LLAP Michael Schuh

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