FEDCON 34 – Ein authentischer Erfahrungsbericht

Oder: Wie ich aufhörte, Schlaf ernst zu nehmen und mich komplett der Föderation hingab

Freunde, ich hatte das Wochenende meines Lebens.

Vor jeder FedCon sagt man sich ja gern: „Dieses Jahr mache ich etwas entspannter.“ Weniger Stress, früher ins Bett, nicht komplett durchdrehen. Und dann kommt die Realität mit Warp 9 um die Ecke. Schon Wochen vorher hatte ich dieses Gefühl, dass die diesjährige FedCon ein absoluter Overload werden würde. Spoiler: Sie war es.

Dieses Mal machte ich mich bereits am Donnerstagmorgen auf den Weg nach Bonn. Einen ganzen Tag früher als sonst. Der Plan war simpel: mögliche Bahnverspätungen austricksen und entspannt ankommen. Tatsächlich funktionierte das sogar erstaunlich gut. Gegen 10 Uhr war ich bereits in Bonn, konnte allerdings noch nicht ins Hotel einchecken. Also zog ich erst einmal durch die Innenstadt und wurde direkt mit einem dieser typischen FedCon-Momente belohnt, die man nicht planen kann.


Ich traf Lea, eine alte Bekannte aus Frankreich (boussatonlea), wieder, die ich vor drei Jahren auf der FedCon kennengelernt hatte. 


Sofort waren wir wieder mitten in unseren Star Trek-Diskussionen, als hätte es die vergangenen Jahre nie gegeben. Genau das macht diese Convention so besonders: Menschen aus völlig unterschiedlichen Ländern treffen sich und sprechen innerhalb von Sekunden wieder dieselbe Sprache. Nicht Französisch, nicht Deutsch, sondern einfach Star Trek.

Eigentlich wollte ich den Abend ruhig ausklingen lassen, doch stattdessen zog es mich bereits ins Maritim Hotel. Dort half ich dabei, Poster für den Fanfilm Kobayashi Maru von René von Bodisco  aufzuhängen, der am nächsten Tag auf der FedCon Premiere feiern sollte. Und was für eine Premiere das werden würde.

Der Freitag stand für mich komplett im Zeichen eines einzigen Ereignisses: der großen Premiere von Kobayashi Maru. Ein Fanfilm, der tatsächlich das Kunststück wagt, 60 Jahre Star Trek mit 60 Jahren Raumpatrouille Orion zu verbinden. Ein Projekt voller Herzblut, Leidenschaft und TREKsinn im besten Sinne. Ehrlich gesagt glaube ich, dass dieser Film unter Fans schon bald echten Kultstatus erreichen wird.

Da an diesem Projekt unglaublich viele Menschen beteiligt waren, würde eine vollständige Aufzählung vermutlich länger dauern als eine durchschnittliche vulkanische Teezeremonie. Deshalb verweise ich an dieser Stelle gerne auf den Instagram-Account @kobajaschi_maru und bedanke mich gleichzeitig bei allen Beteiligten. Mit so vielen talentierten und engagierten Menschen zusammenarbeiten zu dürfen, war eine Erfahrung, die ich niemals vergessen werde.

Vor der Premiere hatte ich tatsächlich Sorge, später vor vollem Haus auf die Bühne gehen zu müssen. Rund 3000 Menschen. Wacklige Beine schienen vorprogrammiert. Doch als ich dort oben stand, passierte etwas Unerwartetes: Ich fühlte mich erstaunlich wohl. Vielleicht, weil man auf der FedCon spürt, dass man unter Gleichgesinnten ist. Niemand bewertet dich dafür, dass du dieses Universum liebst. Im Gegenteil. Genau dafür bist du dort.

Und der Film? Das absolute Highlight. Die Reaktionen der Fans waren überwältigend. Überall hörte man Begeisterung und emotionale Gespräche nach der Vorführung. Genau dafür macht man solche Projekte.

Natürlich bestand die FedCon nicht nur aus der Premiere. Es gab Panels, Fotosessions, gutes Essen, Gespräche bis tief in die Nacht und gefühlt Temperaturen wie auf Risa zur Hauptsaison. Immer wieder begegnete man auch Schauspielern aus Star Trek: Starfleet Academy, die ganz entspannt durchs Hotel liefen, sich Essen holten oder einfach die Atmosphäre genossen. Gerade diese Natürlichkeit macht die FedCon so angenehm. Fans respektieren die Privatsphäre der Gäste und gleichzeitig entsteht eine Nähe, die man außerhalb solcher Conventions kaum erlebt.

Besonders gefeiert wurden in diesem Jahr natürlich der Cast von Star Trek: Starfleet Academy sowie die Publikumslieblinge aus Star Trek: Strange New Worlds. Passend zum 60-jährigen Jubiläum von Star Trek war die Stimmung emotionaler denn je.



Ein echtes Highlight war für mich außerdem das Panel von Gerhard Raible mit dem Titel „Mein Leben mit STAR TREK – I Did It My Way“. Selten erlebt man jemanden, der so offen, ehrlich und authentisch über seine persönliche Reise mit Star Trek spricht. Man merkte in jedem Satz, wie sehr dieses Franchise Menschen verbinden und durchs Leben begleiten kann. Besonders schön fand ich, dass Gerhard seine Erinnerungen nicht nur auf der Bühne geteilt, sondern auch in einem Buch festgehalten hat. Natürlich musste ich es mir kaufen und am nächsten Tag signieren lassen. Vielen Dank dafür, Gerhard. Dieses Buch bekommt definitiv einen Ehrenplatz.



Und als wäre das alles noch nicht genug gewesen, traf ich am Freitag auch noch die Podcast-Legenden vom Discovery Panel Podcast. Zwei unglaublich sympathische und warmherzige Menschen, bei denen sofort klar wird: Hier treffen Fans auf Fans. Kein künstliches Gehabe, keine Distanz, einfach ehrliche Begeisterung.



Doch dann kam dieser eine Moment, der sich komplett surreal anfühlte.

Nach der Opening Ceremony, bei der traditionell alle Stars tanzend auf die Bühne kommen und offiziell die FedCon eröffnen, passierte etwas, womit ich niemals gerechnet hätte. Schauspieler Karim Diané aus Starfleet Academy, der sehr aktiv auf Social Media unterwegs ist, hatte bemerkt, dass ich ebenfalls vor Ort war. Unter meinem hochgeladenen Video kommentierte er plötzlich sinngemäß: „Bist du da?!“



Und während ich diesen Kommentar las, saß er mir tatsächlich direkt gegenüber beim Essen.

Ich antwortete nur: „Ja, ich sitze dir gerade gegenüber am Tisch.“

Kurz darauf blickte er auf, schaute mich an und fragte: „Bist du Charly?“

In meinem Kopf lief in diesem Moment wahrscheinlich gleichzeitig die komplette Titelmusik von The Next Generation ab.

Ich antwortete: „Ja, charlyonthebridge.“

Und dann sagte er etwas, das mich wirklich sprachlos gemacht hat:

„Charly, we love your posts, man.“

Danach zeigte er seiner Begleitung sogar mein Instagram-Profil. Und genau dieser Moment hat mich nachhaltig beeindruckt. Normalerweise sprechen Fans die Schauspieler an. Hier war es plötzlich umgekehrt. Es zeigte mir, wie sehr soziale Netzwerke und Conventions mittlerweile Menschen verbinden können. Die klassische Trennung zwischen „VIP“ und „Fan“ verschwimmt immer mehr.

Am Ende sitzen wir alle im selben Raum, vereint durch eine Vision, die Star Trek seit Jahrzehnten vermittelt: Dass wir gemeinsam stärker sind.

Nach dieser Begegnung war für mich klar: Mehr Menschen sollten so sein wie Karim Diané. Er beweist, dass Schauspieler nicht nur Fansupport erhalten, sondern selbst zu Unterstützern der Community werden können und unglaublich viel Liebe zurückgeben.



Irgendwann in der Nacht, körperlich ungefähr auf dem Zustand eines ausgebrannten Borg-Kubus, schleppte ich mich noch für eine Stunde auf die Party im Maritim, bevor ich schließlich halb tot ins Hotelbett fiel.

Der Samstag begann entsprechend müde, aber voller Vorfreude. Denn ich war nicht nur privat auf der FedCon unterwegs, sondern auch gemeinsam mit dem großartigen Team von StarTrek.de: Miriam, Jelena und René , der gefühlt gleichzeitig an zehn Orten aktiv war, damit alles funktioniert.



Wir interviewten Fans, sprachen mit Ausstellern, machten kleine Aktionen und versuchten, die besondere Atmosphäre dieser Convention einzufangen. Mein Motto lautet dabei immer: Fragt die Fans. Ihre Stimme zählt. Sie sind das Herz dieser Community und ich bin selbst ein Teil davon.

In einem so engagierten Team macht das unglaublich Spaß. Und dann wurde uns sogar noch die große Ehre zuteil, den gesamten Cast von Star Trek: Starfleet Academy sowie Teile des Casts von Star Trek: Strange New Worlds interviewen zu dürfen.





Für dieses Wochenende hatte ich mir extra ein neues Smartphone und neue Mikrofone besorgt, damit wir all diese Momente in bestmöglicher Qualität festhalten konnten. Und es hat sich absolut gelohnt. Miriam (psyfluencer), Jelena (jelli_cosplay) und Gina (felinaey) stellten die spannenden Fragen, während ich hinter der Kamera dafür sorgte, dass alles professionell aufgezeichnet wurde.



Trotzdem blieb wieder dieses typische FedCon-Gefühl zurück: Man schafft einfach nie alles. Ich hätte gerne noch viel mehr Zeit mit Cosplayern verbracht, noch mehr Fotos gemacht und noch mehr Gespräche geführt. Aber genau das zeigt vielleicht, wie besonders diese Veranstaltung ist. Für die FedCon bräuchte man eigentlich mindestens eine ganze Woche.

Natürlich durfte auch das traditionelle After-Con-Dinner mit Freunden aus verschiedenen Regionen Deutschlands und England nicht fehlen. Ein perfekter Abschluss voller Lachen, Geschichten und völlig übermüdeter Menschen, die trotzdem noch stundenlang über Star Trek sprechen können.

Und damit endet meine Reise durch die FedCon 34.

Drei Jahre hintereinander durfte ich nun Teil dieses besonderen Erlebnisses sein. Drei Jahre voller Begegnungen, Emotionen und wunderbarer Menschen. Viele davon tragen inzwischen einen festen Platz in meinem Herzen.

Ich hoffe sehr, dass diese Tradition niemals endet.

Live long and prosper. 

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