Logbuch TrekDinner Schwerin Sternzeit 2605.16
Hat schon mal jemand geröstetes Chadre'kab mit luhvianischer Wachtel in Sauce probiert? Nein? Dann empfehle ich dringend, das nachzuholen.
Es gibt eine Theorie – nicht von der Sternenflotte gestützt, aber von Erfahrung und vielen langen Abenden –, dass die besten Zusammenkünfte jene sind, die man nicht zu sehr plant. Die, bei denen das Universum irgendwann einfach entscheidet: Hier. Jetzt. Diese Menschen. Dieses Essen.
Geröstetes Chadre'kab – Polenta, wenn man es irdisch ausdrücken möchte – mit luhvianischer Wachtel. Seitan, wenn man ehrlich ist. Dazu eine Sauce, die – und das ist keine Übertreibung – für einen Moment alles andere in den Hintergrund treten ließ.
Am 16. Mai fand wieder unser TrekDinner statt. Wie jeden dritten Samstag. Ruhig und selbstverständlich, wie das Aufgehen eines vertrauten Sterns oder ein Kurs, den man schon oft geflogen ist. Diesmal wussten wir bereits im Vorfeld, dass wir nur eine kleine Runde werden würden. Der ESC hatte seine Anhänger gerufen, und viele folgten diesem Ruf bereitwillig.
Wir hätten den Termin verschieben können. Uns dem allgemeinen Strom anschließen. Aber wir taten es nicht. Nicht aus Trotz, sondern weil wir über die Jahre gelernt haben, dass ein Abend nicht durch die Zahl der Anwesenden bestimmt wird, sondern durch das Gefühl, mit dem man ihn verlässt.
Um 17:30 Uhr öffnete der Klub Einblick in der Lübecker Straße 43 seine Türen für uns. Der Raum wirkte diesmal atmosphärischer als sonst. Neue LED-Lampen tauchten die Tische in ein sanftes Licht, und für einen kurzen Moment konnte man beinahe vergessen, dass draußen noch immer Schwerin lag und nicht irgendeine kleine Lounge an der Grenze zum Beta-Quadranten.
Zu fünft waren wir an diesem Abend. Nicht viele. Aber genug.
Das wusste man spätestens, als Daniela die Teller vor uns abstellte. Sie hatte alles sorgfältig vorbereitet, genau nach den Anmeldungen geplant, mit jener stillen Aufmerksamkeit, die man selten bemerkt und noch seltener ausreichend würdigt. Und weil das Leben manchmal eigenartig freundlich sein kann, führten die kurzfristigen Absagen am Ende dazu, dass es für uns sogar eine zweite Portion gab.
Die Runde machte Komplimente. Viele Komplimente. Die Art, die man nicht aus Höflichkeit sagt, sondern weil das Essen wirklich gut war – weil man innehalten musste, den Löffel absetzen, und einfach einen Moment lang glücklich sein.
Danach geschah das, was immer geschieht, wenn Menschen, die einander mögen, lange genug zusammensitzen: Die Gespräche fanden ihren eigenen Weg. Sie wanderten von einem Thema zum nächsten, verloren sich kurz, tauchten wieder auf, begleitet von Lachen, kleinen Abschweifungen und diesem ruhigen Gefühl, irgendwo richtig zu sein.
Kein großes Thema bestimmte den Abend. Kein hitziger Disput, keine Theorie über Zeitreisen, keine Diskussion darüber, welcher Captain der bessere sei. Nur Stimmen. Vertraute Stimmen.
Gegen 22:00 Uhr musste Daniela schließlich aufbrechen. Wismar wartete, und der letzte Zug besitzt nur wenig Verständnis für gemütliche Abende und gute Gespräche. Wir verabschiedeten sie mit jener leisen Wehmut, die entsteht, wenn etwas Schönes langsam ausklingt.
Die übrigen blieben noch eine ganze Weile sitzen. Irgendwann zeigte die Uhr halb eins, und auch wir überließen den Abend schließlich der Nacht.
Star Trek kam an diesem Abend etwas zu kurz, das stimmt. Aber vielleicht war das gar nicht schlimm. Vielleicht braucht man Star Trek am wenigsten, wenn man bereits mitten in dem sitzt, wofür es steht.
Das nächste TrekDinner findet am 20. Juni statt. Daniela wird wieder kochen. Und wer Hasperat mag – oder einfach einen Abend mit Menschen verbringen möchte, die verstehen, warum all das überhaupt wichtig ist –, ist herzlich eingeladen, dabei zu sein.
LLAP Michael Schuh
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