Logbuch TrekDinner Schwerin Sternzeit 2602.21

Ort: Klub Einblick (Unser Safe Space)
Ein herzliches Willkommen im "Wohnzimmer"

Eigentlich schon überpünktlich versammelten sich die ersten Gäste vor dem Klub Einblick, der uns freundlicherweise erneut seine Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellte. So konnten wir – fernab störender Hintergrundgeräusche und in echter Wohnzimmeratmosphäre – unserem Nerd-Sein frönen, ohne schiefe Blicke zu ernten, wenn jemand in seiner Lieblingsuniform der Sternenflotte erscheint.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an den Klub Einblick e. V..

Nach der offiziellen Öffnung dauerte es nicht lange, bis die Tische zusammengeschoben waren. Zwar hatten sich ursprünglich mehr Gäste angekündigt, doch wie üblich trudelten im Vorfeld noch ein paar Krankmeldungen ein – sodass wir schließlich zu zehnt waren. Der Stimmung tat das jedoch keinerlei Abbruch.

Gemütlich auf Sesseln und Couchen verteilt starteten wir in Wohnzimmeratmosphäre unser TrekDinner. Nach einem kurzen Austausch darüber, was seit dem letzten Treffen geschehen war, gingen wir auch schon in die Vollen.

Starfleet Academy im Fokus

Das beherrschende Thema des Abends war Star Trek: Starfleet Academy.

Zu meiner Freude kam die Serie in unserer Runde überwiegend gut an. Entsprechend lebhaft wurde analysiert, spekuliert und diskutiert. Die ersten sieben Folgen boten reichlich Stoff: Figurenentwicklungen, erzählerische Entscheidungen, große Fragen – und natürlich auch kleinere Kritikpunkte.

Was dabei besonders angenehm war: Die Diskussionen waren engagiert, aber respektvoll. Argumente wurden ausgetauscht, Standpunkte verteidigt oder hinterfragt – und wenn am Ende zwei Meinungen nebeneinander stehen blieben, war das völlig in Ordnung. Ein wohltuender Kontrast zu mancher Debattenkultur in sozialen Medien, wo sich einige eher an Äußerlichkeiten abarbeiten – sei es ein schwuler Klingone oder eine Schauspielerin, die nicht in ein enges Schönheitsideal passt.

Bei uns hingegen galt: Diskurs statt Empörung.

Der „verschluckte“ Kommunikator

Heiß diskutiert wurde eine Szene: der angeblich verschluckte Kommunikator.

Mein erster Gedanke war: erzwungener Humor. Nicht wirklich witzig, eher albern. Solange die Serie jedoch nicht dauerhaft in diese Richtung abdriftet, kann ich darüber hinwegsehen – so mein ursprüngliches Fazit.

Doch beim TrekDinner entwickelte sich daraus eine überraschend tiefgehende Debatte. Eine wirklich überzeugende Erklärung fand zunächst niemand.

Erst am nächsten Tag hörte ich eine Besprechung vom Discovery-Panel, in der Andreas Dom eine spannende Interpretation einbrachte: Vielleicht wurde der Kommunikator gar nicht tatsächlich verschluckt, sondern es handelte sich um eine Art Code – weil der wahre Grund schlicht zu peinlich gewesen wäre, um ihn offen auszusprechen.

Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Ein Blick zurück in die 70er

Diese Deutung erinnerte mich an eine Begebenheit von vor rund 30 Jahren. Damals arbeitete ich als PR-Manager in einer Großraumdiskothek und lernte einen Türsteher kennen, dessen Sturm-und-Drang-Zeit in den frühen 70ern der damaligen DDR lag.

In jener Zeit war es offenbar nicht ungewöhnlich, sich von kurzweiligen Abenteuern – mit dem anderen oder auch dem gleichen Geschlecht – ein gewisses „Andenken“ mitzunehmen. Als er dieses Andenken wieder loswerden wollte, führte ihn der Weg selbstverständlich zum Arzt.

Doch Datenschutz und Privatsphäre, wie wir sie heute kennen, existierten damals nicht. Wer am Tresen der Poliklinik nach der Art des medizinischen Notfalls gefragt wurde, musste damit rechnen, dass der halbe Warteraum mithörte.

Hätte er dort die Wahrheit ausgesprochen, wäre die Information vermutlich schneller durch die Stadt gegangen als jede offizielle Bekanntmachung. Die Konsequenz lag auf der Hand: Sein Ruf als begehrter Junggeselle wäre nachhaltig beschädigt gewesen – sein gesellschaftliches Ansehen deutlich angekratzt. In absehbarer Zeit hätte sich wohl kaum noch jemand auf ein Abenteuer mit ihm eingelassen.

Um sein Image zu schützen und dem Getratsche zu entgehen, erfand er eine harmlose Deckgeschichte: Sein Codewort für Tripper war „Fußpilz“.

Plötzlich ergab die Szene in der Serie für mich Sinn: Der verschluckte Kommunikator ist möglicherweise das „Fußpilz“ des 32. Jahrhunderts! Eine absurde Lüge, um eine peinliche Wahrheit zu decken. Ob wir in der Serie je die echte Auflösung erfahren, bleibt abzuwarten, aber für mich ist das nun die plausibelste Erklärung.

Weitere Themen – und Essen nach 20:00 Uhr

Natürlich blieb es nicht bei Starfleet Academy. Auch Star Trek: Deep Space Nine und Star Trek: Picard fanden ihren Platz im Gespräch. Unterschiedliche Serien, unterschiedliche Perspektiven – und immer wieder neue Einsichten.

So intensiv wurde debattiert, dass Christian uns schließlich daran erinnern musste, endlich Essen zu bestellen. Es war längst nach 20:00 Uhr.

Das Handy machte die Runde, jeder bestellte nach Geschmack – und während wir auf die Lieferung warteten, ging die Diskussion nahtlos weiter.



Sprachnachrichten und ein Aha-Moment

Irgendwann landeten wir beim Thema Sprachnachrichten. Mindestens zwei von uns – ich gestehe, gelegentlich gehöre ich dazu – verschicken Nachrichten mit epischer Laufzeit. Die Kommentare dazu reichten von „Das ist ja ein Podcast!“ bis zu „Die höre ich mir gar nicht erst an.“

Das Hauptargument gegen lange Audios: Wenn man später eine bestimmte Information sucht, muss man die komplette Nachricht noch einmal anhören.

Mein Vorschlag: „Dann transkribiert sie doch einfach.“

Verwunderte Gesichter und Stille:
„Wie bitte?“

Seit November bietet WhatsApp eine Transkriptionsfunktion für Sprachnachrichten an.

Es folgte ein weiterer Moment der Stille – und anschließend kollektives Aktivieren der Funktion, bis das Essen eintraf. Diese Szene war amüsant genug, um sie festzuhalten. Leider entstanden an diesem Abend nur zwei Fotos – aber immerhin mit Geschichte.

Musiktheorie kurz vor Mitternacht

Gegen 22:00 Uhr lichteten sich langsam die Reihen. Später waren wir noch zu sechst – und wie es sich für ein TrekDinner gehört, wurde es zum Schluss noch einmal richtig nerdig.

Mithilfe von GarageBand auf meinem Handy zeigte ich, dass die ersten vier Töne des Star Trek: Deep Space Nine-Themes in ihrer Tonfolge – wenn auch nicht im Rhythmus – mit denen des Star Trek: The Next Generation-Themes übereinstimmen.

Ein klassischer Nerd-Moment. Genau deshalb lieben wir diese Abende.

Kurz vor 1:00 Uhr: ein letzter Drink, ein letzter Austausch – dann machten auch wir uns auf den Heimweg.

Fazit

Ein Abend voller lebendiger Diskussionen, neuer Perspektiven und gemeinsamer Begeisterung für ein Universum, das uns seit Jahrzehnten verbindet.

Ich freue mich jetzt schon auf das nächste TrekDinner am 21. März.

LLAP Michael Schuh










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