Logbuch TrekDinner Schwerin Oktober

Persönliches Logbuch charlyonthebridge
Sternzeit 2610,17


Zwei Jahre TrekDinner Schwerin – und eine Verbindung, die stärkere ist als jeder Subraumfunk! 

TrekDinner haben und hatten schon immer eine lange Tradition in ganz Deutschland. Und obwohl ich das bereits vor zwei Jahren wusste, schienen mir damals irgendwie der richtige Anreiz oder schlicht die nötigen Informationen zu fehlen, um selbst einmal an einem solchen Beisammensein unter Gleichgesinnten teilzunehmen.



Doch wie ich immer wieder zu sagen pflege: Unverhofft kommt oft!

Und so betrat ich vor genau zwei Jahren, unangekündigt und als kleine Überraschung, zum ersten Mal das Schweriner TrekDinner. Dort blickte ich in die verdutzten Gesichter einer damals noch deutlich kleineren Gruppe von Star-Trek-Fans. Einige kannten mich bereits aus den sozialen Medien, andere konnten vermutlich kaum glauben, dass ein Berliner namens Charlyonthebridge tatsächlich den weiten Weg auf sich genommen hatte, um einem noch jungen, gerade erst entstehenden Schweriner TrekDinner beizuwohnen.

Ich persönlich vermute ja, es war eine Mischung aus beidem.

Zwei Jahre später war es nun so weit: Das Jubiläum stand an! Und auch wenn ich bis heute nicht genau weiß, welcher metaphysische oder spirituelle Traktorstrahl mich immer wieder nach Schwerin zieht, hatte ich das Gefühl, dass hier alles genau seinen richtigen Platz gefunden hat.

Apropos Platz!



Zu diesem wahrhaft epischen Jubiläumsdinner fanden sich Nadine, René, Daniela, Björn, Olivia, Robert, Till, Tanja, Timo, Kayschi, Michael,  und meine Wenigkeit ein. Und irgendwie konnten wir schon erahnen, dass dieser Abend nicht so schnell in Vergessenheit geraten würde.



Mit Till aus Parchim, der über Facebook seinen Weg zu uns gefunden hatte, sowie den Kieler TrekDinner-Urgesteinen Timo und Tanja bekam unsere Runde weiteren Zuwachs. Sie alle bereicherten diesen Abend und das zweijährige Bestehen des TrekDinner Schwerin auf ihre ganz eigene Weise und so sehr, dass mir hier ausschließlich ein Wort bleibt:

DANKE!



Dieser Dank gilt natürlich auch und ganz besonders den Initialzündern Michael und Kayschi, die sich vor über zwei Jahren ein Herz gefasst und beschlossen haben, das beinahe Unmögliche zu wagen: In einer Zeit, in der Begegnungen immer häufiger digital stattfinden, wollten sie einen Ort schaffen, an dem Star-Trek-Fans nicht nur miteinander schreiben, sondern sich im echten Leben begegnen können. Einen Ort, an dem man willkommen ist, Gemeinsamkeiten entdeckt und einfach man selbst sein darf.

Und genau deshalb sage ich an dieser Stelle: Ehre, wem Ehre gebührt! Ich ziehe meinen Hut vor euch beiden. Was damals als Idee begann, ist heute ein Ort der Begegnung, der inzwischen zwei Jahre voller Gespräche, gemeinsamer Erlebnisse und schöner Erinnerungen vorweisen kann.

Natürlich braucht es für eine solche Mission auch eine geeignete Sternenbasis. Mit dem Klub Einblick e. V. gibt es in Schwerin eine Location, die einen geschützten Rahmen bietet und für Toleranz und Vielfalt steht. Ein Ort, an dem unterschiedliche Menschen zusammenkommen können, ohne dass sie erst einen gemeinsamen diplomatischen Vertrag aushandeln müssen.

Wobei wir im Star-Trek-Universum vermutlich selbst dafür noch eine passende Spezies gefunden hätten.

Obwohl der eine oder andere im Vorfeld leider absagen musste, war unser Jubiläumsdinner gut besucht. Vor allem aber war die Atmosphäre ausgesprochen familiär und herzlich. Gerade beim Austausch miteinander fällt mir immer wieder auf, wie respektvoll hier alle miteinander umgehen. Ich ertappe mich dabei, wie ich einfach dasitze und den Gesprächen lausche, ohne mich unbedingt selbst einklinken zu müssen. Manchmal ist es eben schön, einfach zuzuhören und die Stimmung auf sich wirken zu lassen.

Ganz ohne eigene Wortmeldungen ging es dann allerdings doch nicht. Die eine oder andere Anekdote aus meinen zahlreichen Erlebnissen, darunter auch Begegnungen mit bekannten Star-Trek-Schauspielern, konnte ich mir natürlich nicht verkneifen. Irgendwie muss man ja dafür sorgen, dass die persönlichen Logbücher nicht völlig verstauben.

Vielfältig waren an diesem Abend nicht nur die Menschen und die angeschnittenen Themen, sondern auch die kulinarischen Köstlichkeiten. Ganz im Sinne des Tierschutzes fiel das Angebot überwiegend vegan aus, und ich kann euch sagen: Leib und Seele kamen dabei voll auf ihre Kosten!



Danielas indonesisches Geburtstagsgericht Mee Hoon Birthday verschwand schneller, als frisch gebackene Semmeln beim Bäcker über die Theke gehen. Auch die Teigschnecken von René – sofern ich den kulinarischen Chefkoch hier richtig zugeordnet habe – fanden großen Anklang und schmeckten offenbar allen Anwesenden ausnahmslos gut.

Mein persönliches kulinarisches Highlight folgte allerdings in Form eines Desserts, das Olivia mit viel Liebe zubereitet hatte. (Anmerkung der Redaktion: Aus lauter Sorge, etwas vom Dessert zu verpassen, hat im entscheidenden Moment niemand zur Kamera gegriffen. Als das Versäumnis auffiel, war die köstliche Fracht leider schon vollumfänglich verzehrt.)

Und obwohl ich bereits jetzt damit beschäftigt bin, vorweihnachtliche Pfunde anzusammeln, als wäre ich ein Ferengi auf der Suche nach einer besonders lukrativen Latinum-Anlage, konnte ich mich einfach nicht zurückhalten. Es blieb nicht bei einer Portion. Nein, ich musste gleich zweimal zugreifen!

Die Erwerbsregeln der Ferengi mögen in vielerlei Hinsicht fragwürdig sein, aber Regel Nummer 35 („Krieg ist gut fürs Geschäft“) ließ sich an diesem Abend glücklicherweise durch eine weitaus friedlichere Erkenntnis ersetzen: Ein gutes Dessert ist gut für die Seele. Und manchmal eben auch für die zweite Portion.

Mit Till, dem jüngsten und zugleich neuesten Teilnehmer unserer Runde, kam noch eine ganz besondere Dynamik hinzu. In seiner TOS-Uniform und mit seiner jugendlichen Art brachte er frischen Wind in den Abend. Es ist immer wieder erstaunlich und schön zu sehen, wie viele junge Menschen auch heute noch durch The Original Series ihren Weg zu Star Trek finden.

Captain Kirk, Spock und Co. haben offenbar nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Vielleicht liegt genau darin ein Teil der Magie dieses Universums: Es begeistert Generationen, die Jahrzehnte voneinander trennen, und bringt sie trotzdem an einen Tisch. Ganz ohne Zeitreise und ohne dass jemand dafür die Oberste Direktive verletzen muss.

Natürlich bin auch ich bei diesem TrekDinner nicht mit leeren Händen erschienen. Schließlich musste zum zweijährigen Bestehen etwas angemessen Sternenflottenwürdiges her! Also habe ich kurzerhand und quasi im Eilverfahren eine standesgemäße Urkunde zu Ehren dieses Jubiläums gestaltet.

Ob sie den strengen Anforderungen der Sternenflotte standhält, überlasse ich eurem Urteil. Aber überzeugt euch selbst!

Der Abend wurde schließlich zum Morgen, und während ich mich inzwischen schon wieder auf dem Rückweg nach Berlin befinde, geht mir eines dieser TrekDinner-Gefühle nicht aus dem Kopf.

Sie führen mir immer wieder glasklar vor Augen, dass Star Trek Menschen miteinander verbindet. Dass wir uns nach echten, authentischen Begegnungen sehnen. Und dass es möglich ist, über Unterschiede hinweg Brücken zu bauen, auf denen wir gemeinsam in eine bessere Zukunft steuern können.

Vielleicht ist genau das eine der schönsten Botschaften, die Star Trek uns mitgegeben hat: Wir müssen nicht alle gleich sein, um einander zu verstehen. Wir müssen nicht dieselben Geschichten erlebt haben, dieselben Ansichten teilen oder aus derselben Ecke der Galaxie stammen. Es reicht manchmal schon, wenn wir einander mit Offenheit, Respekt und Menschlichkeit begegnen.

Und wenn man dann erlebt, wie Menschen zusammenkommen, die Star Trek im Herzen tragen, merkt man, dass sich diese Menschlichkeit wie ein positiver Dominoeffekt weiterverbreiten kann. Ein freundliches Wort, ein gemeinsames Lachen, ein offenes Ohr oder einfach das Gefühl, willkommen zu sein – manchmal braucht es gar nicht mehr, um etwas in Bewegung zu setzen.

Es ist mir deshalb immer wieder eine große Freude, nach Schwerin zurückzukehren, alte Bekannte wiederzusehen und neue Gesichter kennenzulernen. Denn am Ende zählt oft gerade das, was man nicht auf den ersten Blick sehen kann.

Die Verbindung zwischen Menschen. Dieser scheinbar leere Raum zwischen uns, der in Wahrheit alles andere als leer ist. Ein Raum, der mit Vertrauen, Freundschaft, gemeinsamen Erinnerungen und manchmal auch mit einer ordentlichen Portion Humor gefüllt wird.

Vielleicht ist das sogar die schönste Form von Teleportation: Man kommt als Gast an und fühlt sich ein Stück weit wie zu Hause.

Und wenn ich nach solchen Abenden wieder Richtung Berlin unterwegs bin, nehme ich mehr mit als nur schöne Erinnerungen und ein paar zusätzliche Dessert-Kalorien. Ich nehme das Gefühl mit, dass es da draußen Menschen gibt, mit denen man etwas teilt, das weit über eine Fernsehserie hinausgeht.

Zwei Jahre TrekDinner Schwerin sind deshalb nicht einfach nur zwei Jahre auf dem Kalender. Sie sind zwei Jahre voller Begegnungen, Geschichten und gemeinsamer Momente. Und hoffentlich erst der Anfang von vielen weiteren.

In diesem Sinne: Danke an alle, die diesen Abend möglich gemacht und ihn mit Leben gefüllt haben. Ich freue mich schon auf die nächste Begegnung – ganz gleich, ob in Schwerin, Kiel, Berlin oder irgendwo zwischen den Sternen.

Möge das TrekDinner Schwerin noch lange weiterbestehen, mögen die Gespräche niemals langweilig werden und möge der Nachtisch niemals ausgehen!



Und sollte uns irgendwann tatsächlich ein Vulkanier begegnen, der behauptet, solche Treffen seien emotional nicht nachvollziehbar, dann setzen wir ihn einfach mit an den Tisch. Spätestens nach der zweiten Portion Dessert wird auch er erkennen, dass Logik nicht immer die ganze Wahrheit erzählt. 

Live long and prosper!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Logbuch des Rezensenten: Star Trek: Strange New Worlds – Staffel 4, Episode 9: „Es La’an einmal“

Star Trek: Strange New Worlds – Staffel 4, Episode 10: „Die Enterprise von Morgen“ — charlyonthebridge rezensiert