Star Trek im Mai 2026 – Monatsrückblick
Star Trek wird 60. Man könnte meinen, ein solches Jubiläumsjahr würde mit großen Ankündigungen, neuen Projekten und einem Feuerwerk für die Fans aufwarten. Stattdessen ist es ... erstaunlich ruhig.
Was der Mai 2026 an Neuigkeiten zu bieten hat, sind eher Randnotizen als Meilensteine: Auktionen, ein Webcomic, ein Artbook. Alles nett – aber eben nur Tropfen auf den heißen Stein. Doch der Reihe nach.
The Art of Star Trek: Lower Decks erschienen
Am 5. Mai erschien nach mehreren Verschiebungen endlich das lange erwartete Buch The Art of Star Trek: Lower Decks. Der 344 Seiten starke Band von Megan Treviño enthält Artwork aus allen 50 Episoden der Serie sowie zahlreiche Konzeptzeichnungen und Entwicklungsmaterialien aus der Entstehungsphase der Show.
Bemerkenswert ist auch der Verlag: Für IDW Publishing, seit fast zwei Jahrzehnten die Heimat der Star-Trek-Comics, ist es der erste Ausflug in den Sachbuchbereich.
(Quelle: TrekCore.com, Mai 2026)
Dritte kanadische Star-Trek-Auktion
Der Ausverkauf von Star-Trek-Produktionsmaterial in Kanada geht weiter. Nach zwei Auktionen im April folgte im Mai die dritte Runde bei 403 Auctions in Toronto. Diesmal kamen unter anderem Requisiten und Kulissenteile aus Starfleet Academy und Star Trek: Section 31 unter den Hammer.
Zu den angebotenen Stücken gehörten Terrarium-Displays, medizinische Laborgläser sowie zwei Turboliftsegmente, die jeweils für rund 10.000 Dollar angeboten wurden. Wer mitbieten wollte, musste allerdings persönlich erscheinen – ein Versand war nicht vorgesehen.
(Quellen: TrekMovie.com, 11. Mai 2026; Gizmodo)
Star Trek gewinnt Pluto TVs „Battle of the Fandoms“
Eine kleine, aber durchaus erfreuliche Meldung: Pluto TV veranstaltet jedes Jahr den „Battle of the Fandoms“, ein Fan-Voting nach dem Vorbild von March Madness.
In diesem Jahr setzte sich Star Trek nacheinander gegen Doctor Who, Farscape und Twin Peaks durch, bevor im Finale schließlich The X-Files geschlagen wurde.
Keine weltbewegende Nachricht – aber eine schöne Erinnerung daran, dass die Star-Trek-Fangemeinde auch nach 60 Jahren noch aktiv und engagiert ist.
(Quelle: TrekMovie.com, 15. Mai 2026)
Star Trek betritt das Webcomic-Zeitalter
Paramount und WEBTOON Entertainment haben eine Partnerschaft für zwei originale, kanonische Star-Trek-Webcomics angekündigt.
Den Anfang machte am 17. Mai Stargazers. Die Geschichte stammt von Jarrett Melendez und erzählt eine Young-Adult-Romanze auf Deep Space 9 in der Zeit nach dem Dominion-Krieg – mit komplett neuen Figuren.
Später im Sommer folgt Recollection von Sam Maggs. Die Handlung erinnert an klassische Voyager-Mysterien: Sieben Passagiere erwachen auf einem Föderationsraumschiff ohne Erinnerungen und sind auf die Hilfe eines rätselhaften Holopiloten namens JAID angewiesen.
Beide Serien sollen jeweils 40 Episoden umfassen und werden von Kisai Entertainment illustriert.
(Quellen: TrekNews.net, 19. Mai 2026; WEBTOON-Pressemitteilung)
FedCon 34 in Bonn
Vom 22. bis 24. Mai fand die FedCon 34 im Maritim Hotel Bonn statt. Passend zum 60-jährigen Jubiläum der Originalserie stand die Veranstaltung ganz im Zeichen von Star Trek.
Zu den Gästen gehörten Christina Chong, Martin Quinn, Melissa Navia, Jess Bush und Babs Olusanmokun aus Strange New Worlds sowie Tim Russ, den viele Fans natürlich als Tuvok aus Voyager kennen.
Die FedCon gilt nach wie vor als die größte Science-Fiction-Convention Europas und wird seit 1992 jährlich veranstaltet.
Das Shatner-Geheimnis ist gelüftet
Ende Mai wurde schließlich eines der hartnäckigsten Gerüchte der vergangenen Monate aufgeklärt. In einem Interview verrieten Alex Kurtzman und Akiva Goldsman, dass sie William Shatner tatsächlich mehrfach für einen Gastauftritt gewinnen wollten.
Geplant war eine Geschichte als Fortsetzung von „The City on the Edge of Forever“, in der Shatner eine ältere Version von Kirk gespielt hätte. Offenbar wurden dafür sogar mehrere Drehbuchfassungen entwickelt. Warum das Projekt letztlich nie zustande kam, bleibt bislang offen.
Gleichzeitig gab es erste Einblicke in die vierte Staffel von Strange New Worlds. Statt eines übergeordneten Hauptgegners soll der Fokus stärker auf den Figuren liegen. Bestätigt wurden unter anderem die Fortsetzung des Kirk-Spock-Mindmeld-Handlungsstrangs aus dem Finale der dritten Staffel sowie größere Rollen für La'an Noonien-Singh und Erica Ortegas.
Und ja: Die Episode, bei der viele Fans zunächst dachten, es handle sich um einen Scherz, ist tatsächlich echt. Durch einen Transporterunfall wird Captain Pike darin zur Muppet-Figur.
(Quellen: Nerdist, 26. Mai 2026; TrekCore.com, 26. Mai 2026)
***
So sieht also Star Treks 60. Geburtstag aus: Kulissen werden abgebaut, Requisiten versteigert, und die vielleicht wichtigste Frage bleibt weiterhin unbeantwortet – wie geht es mit dem Franchise eigentlich weiter?
Vielleicht bringt die San Diego Comic-Con im Juli Antworten. Vielleicht auch nicht.
Das klingt ernüchternd – und ehrlich gesagt ist es das auch ein wenig. Aber wer die Geschichte des Franchises kennt, weiß, dass Star Trek schon mehrfach für tot erklärt wurde: nach der Absetzung der Originalserie 1969, nach dem Ende von Enterprise 2005 und noch einige Male dazwischen.
Jedes Mal kam Star Trek zurück.
Und bis dahin lebt Star Trek dort weiter, wo es eigentlich schon immer gelebt hat: in den Herzen der Fangemeinde. Auf Conventions wie der FedCon, in Fanprojekten, in Blogs wie diesem – und in all den Menschen, die Gene Roddenberrys Vision auch nach sechs Jahrzehnten noch für wichtig und erstrebenswert halten.
Paramount kann Kulissen abbauen. Die Begeisterung der Fans lässt sich nicht versteigern.
LLAP Michael Schuh

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