Logbuch TrekDinner Schwerin Sternzeit 2606.20
„Der Weltraum – unendliche Weiten ...“
Nein. Dorthin verschlug es uns nicht. Schließlich leben wir im 21. Jahrhundert und sind noch weit davon entfernt, fremde neue Welten zu erforschen.
Stattdessen scheinen wir oft damit beschäftigt zu sein, unsere eigene Welt zu beschädigen – ein Verhalten, das bei näherer Betrachtung als höchst unlogisch bezeichnet werden muss.
Tag für Tag erreichen uns Nachrichten über fragwürdige Entscheidungen fragwürdiger Politiker und Präsidenten. Entwicklungen, die ernsthafte Zweifel daran aufkommen lassen, ob wir jemals jene Zukunft erschaffen werden, die Gene Roddenberry bereits in den 1960er Jahren vor seinem geistigen Auge sah.
Wann immer ich mir diese Frage ernsthaft stelle und mich für einen Moment in hoffnungsvollen Gedanken verliere, folgt meist eine ernüchternde Antwort:
„So wie es derzeit aussieht – vermutlich nicht.“
Eine Schlussfolgerung, die kaum Anlass zur Zuversicht bietet.
Selbst den Glauben an das Fandom hatte ich zeitweise verloren. Jenes Fandom, das sich einst dadurch auszeichnete, toleranter, offener und aufgeschlossener zu sein als viele andere Gemeinschaften auf unserem blauen Planeten. Davon scheint heute manchmal nicht mehr viel übrig zu sein.
Zumindest dann nicht, wenn man nur oberflächlich hinschaut.
Sieht man genauer hin, ergibt sich ein anderes Bild. Überall findet man Menschen, die tatsächlich dem Credo von Star Trek folgen: Unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen.
Genau das durfte ich wieder beim TrekDinner Schwerin erleben, das wie gewohnt am dritten Samstag des Monats stattfindet.
Für mich ist dieses Treffen jedes Mal ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass vielleicht doch noch nicht alles verloren ist.
Menschen unterschiedlichen Alters und mit den unterschiedlichsten Hintergründen kommen zusammen, verbringen Zeit miteinander und verlieren sich in Gesprächen und angeregten Diskussionen – auf eine Weise, die selbst bei gegensätzlichen Meinungen bereichernd statt spaltend wirkt.
So war es auch am 20. Juni 2026.
Ein außergewöhnlich heißer Sommertag. Auf den Straßen Schwerins hörte man überall Fußballfans, für die die Weltmeisterschaft gerade das Zentrum des Universums darzustellen schien. Mit einer ähnlichen Leidenschaft – allerdings für Star Trek – begann um 17:30 Uhr unser Treffen.
Der erste Gast war bereits vor dem Klub Einblick eingetroffen: Frank Rehders, bekannt durch seinen Podcast, sein Hörspielprojekt und, wie ich an diesem Abend erfahren durfte, auch als Quizmaster auf der FedCon.
Gemeinsam stellten wir Tische und Stühle um und erschufen, wie so oft, unser eigenes kleines „Zehn Vorne“.
Nach und nach trafen die übrigen Gäste ein. Dreizehn Personen waren angemeldet, am Ende waren wir sechzehn.
Wir freuten uns über das Wiedersehen, tauschten Neuigkeiten aus und teilten miteinander, was uns beschäftigte. Natürlich war die FedCon ein großes Thema, über die charlyonthebridge einiges berichten konnte. Ebenso sorgten der neue Trailer zu Strange New Worlds, Paramount und zahlreiche andere Entwicklungen für Gesprächsstoff.
Wenn man einen Moment innehielt und einfach nur lauschte, entstand eine wunderbare Kakophonie aus Gesprächsfetzen über IDIC, Warpantriebe, Plotlöcher und gelegentlich auch Themen, die mit Star Trek überhaupt nichts zu tun hatten.
Und genau das war das Schöne daran.
Es war der Beweis dafür, dass Menschen noch immer respektvoll miteinander reden können. Dass man unterschiedliche Ansichten vertreten, diese äußern und gleichzeitig akzeptieren kann, dass andere zu anderen Schlussfolgerungen gelangen.
Ein Konzept, das im Internet derzeit leider immer seltener anzutreffen ist.
Das sind die Momente, die mich hoffen lassen.
Momente, die sich anfühlen wie jene Beschreibung aus Star Trek VII, in der Glück mit einer warmen Decke verglichen wird, in die man sich einkuscheln kann.
Und dann gab es Essen.
Hasperat, um genau zu sein.
Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich kann mit Überzeugung sagen: Es war hervorragend.
So hervorragend sogar, dass ich mein Kaloriendefizit für einen Abend bereitwillig ignorierte.
Daniela hat sich erneut selbst übertroffen. Und angesichts der Tatsache, dass am Ende absolut nichts übrig blieb, wage ich die Vermutung, dass ich mit meiner Einschätzung nicht allein bin.
An dieser Stelle daher noch einmal ein herzliches Dankeschön an unsere Köchin.
Auch wenn dieser Bericht wieder länger geworden ist als ursprünglich geplant und vieles davon vertraut klingen mag, weil ähnliche Gedanken bereits in früheren TrekDinner-Berichten auftauchten, kann ich nicht anders, als es zu wiederholen:
Es war ein wunderbarer Abend.
Trotz der sommerlichen Hitze saßen wir bis etwa 0:30 Uhr zusammen. Man verabschiedete sich, unterhielt sich weiter und stellte irgendwann überrascht fest, dass längst ein neuer Tag begonnen hatte.
Man könnte fast von Routine sprechen.
Aber es ist eine besondere Routine.
Eine Routine, bei der sich nette Menschen treffen, sich für einige Stunden in Zeit und Raum verlieren und über ihr Lieblingsfranchise sprechen. Nicht nur darüber sprechen, sondern die Ideale dahinter auch ein kleines Stück weit leben.
Vielleicht ist genau das der Weg, die Welt ein wenig besser zu machen.
Wer Lust hat, sich kultiviert, respektvoll und in angenehmer Gesellschaft mit Gleichgesinnten auszutauschen, ist herzlich eingeladen, sich uns anzuschließen.
... und das Abenteuer geht weiter...
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