Rezension: Star Trek: Starfleet Academy – Folge 4: „Vox in Excelso“

Foto: Paramount+
Das Glied in der Kette
Review: Starfleet Academy – Episode 1x04: „Vox in Excelso“
Alter … was war das denn für eine geile Folge? Nach einer etwas flacheren dritten Episode war es Zeit für eine Geschichte mit echtem Rückgrat – eine Charakterstudie, die tief in die klingonische Seele blickt. Und Junge, wir haben sie bekommen.
Ein visueller Warp-Sprung
Schon der Einstieg ist ein Fest für die Sehnerven: ein atemberaubender Kameraflug durch den Val-Nebel. Man merkt sofort: Hier wurde das Budget nicht gespart, sondern in Visuals investiert, die sich vor der dritten Staffel von Picard nicht verstecken müssen. Nahla Ake begrüßt die Kadetten mit einer Rede, die so philosophisch ist wie ein vulkanisches Abendgebet. Sie vergleicht die Entstehung des Nebels mit der Entwicklung eines Offiziers. Die Frage, die wie eine unentdeckte Anomalie im Raum steht: Wie entwickeln wir uns auf dieser Reise weiter?
Das Echo der Legenden
Dann der Gänsehaut-Moment: Das 800 Jahre alte MHN der Voyager zitiert Worte, die einst Jean-Luc Picard (und vor ihm Richter Aaron Satie) unsterblich machten:
„Mit dem ersten Glied wird die Kette geschmiedet. Die erste zensierte Rede, der erste verbotene Gedanke, die erste verweigerte Freiheit fesseln uns alle unwiderruflich.“
Worte, die auch nach 34 Jahren (und fast 900 Jahren in-universe) nichts von ihrer Sprengkraft verloren haben. Der Doctor will den Kadetten das faire Debattieren beibringen. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet der rebellische Caleb hier glänzt, während unser klingonischer Wissenschaftler Jay-Den Kraag das Debattieren mehr hasst als ein Kollektiv hungriger Tribbles?
Ehre, Heilung und vegane Dilemmata
Wir lernen: Echte Klingonen essen nichts, was nicht im fairen Kampf gestorben ist. Da fragt man sich als Veganer im 32. Jahrhundert glatt, ob die gefährlichen Zombie-Würge-Pflanzen auf dem einen oder anderen Planeten im Sektor als legitime Gegner zählen – SNW lässt grüßen.
Doch der Kern der Folge ist Jay-Den. Wir erfahren, dass ein klingonisches Flüchtlingsschiff mit seiner Familie an Bord in Not geraten ist. Die Lage ist „typisch klingonisch“ angespannt: Sie würden eher in einem glorreichen Feuerball vergehen, als die Hilfe der Föderation anzunehmen.
In einer filmisch meisterhaft inszenierten Rückblende auf Krios Prime sehen wir Jay-Den mit seinem Bruder Thar. Trotz meiner Skepsis gegenüber Wald-Szenen: Das hier war großes Kino. Jay-Den verweigert den Weg des Kriegers. Er wählt die Heilung. Sein Credo: „Ich möchte keine Waffe tragen.“ Ein Satz, der in den Ohren eines traditionellen Klingonen wie Hochverrat klingt. Doch die Serie erinnert uns daran: Auch der Kampf gegen die Krankheit kann glorreich sein!
Sein Weg zur Sternenflotte begann – ähnlich wie bei Saru – mit einem Transmitter, einem Ruf nach Wissen, den sein Bruder ihm ermöglichte. Denn: Kein Mensch (und kein Klingone) ist eine Insel.
Die Kunst der diplomatischen Finte
Der Debattierwettbewerb wird zur Bühne für aktuelle Weltprobleme. Der Doctor mahnt: „Verschlimmern Sie eine Tragödie nicht durch Unwissenheit.“ Ein klarer Appell an unsere heutige Zeit, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen, statt nur Parolen nachzukauen.
Währenddessen schmieden Admiral Vance (unser aller Lieblingsadmiral!) und Nahla Ake einen Plan. Der alte Kriegsherr Obel Wochak ist zwar ein Freund von Ake, lehnt Hilfe aber als ehrlos ab. Es braucht eine „klingonische Lösung“ für ein klingonisches Problem.
In einer hochemotionalen Rückblende sehen wir, wie Jay-Dens Bruder stirbt, weil die Eltern Föderationstechnologie ablehnen. „Vertraue den Sternen“ waren seine letzten Worte. Und dann die Schlüsselszene: Der Vater will, dass Jay-Den einen Bird of Prey am Himmel abschießt. Jay-Den weigert sich. Der Vater schießt selbst – und verfehlt. Ein Moment, der erst später seine volle, zu Tränen rührende Bedeutung offenbart.
Showdown bei Faan Alpha
Dank einer Atemtechnik, die ihm Kadett Darem Reymi beibringt, findet Jay-Den seine Stimme. In einer wortgewaltigen Gegenrede überzeugt er die Föderation (und uns Zuschauer), dass man Klingonen nicht zu ihrem Glück zwingen kann. Man muss ihr Spiel der Ehre mitspielen.
Die USS Athena (mit einer USS Riker im Schlepptau!) inszeniert einen Scheinkampf um den Planeten Faan Alpha. Die Klingonen „erobern“ den Planeten als Kriegsbeute – das Gesicht ist gewahrt, die Rettung vollzogen. Ein diplomatischer Geniestreich!
Fazit: Ein Sieg für das Haus der Academy
Auch wenn ich mir von Karim Diane (Jay-Den) in den emotionalen Momenten noch ein Quäntchen mehr Mimik gewünscht hätte – die Auflösung war episch. Der Vater hat den Bird of Prey damals absichtlich verfehlt, um seinen Sohn „fliegen“ zu lassen. Perspektive ist eben alles.
Die Folge endet mit einer Win-win-Situation, dem Bogen eines Kriegers als Geschenk und einer tiefen Verbeugung vor der klingonischen Kultur.
Ich schließe mit den Worten, die Jay-Den so stolz verkörperte:
„Heute ist ein guter Tag zum Sterben – aber ein noch besserer, um in Ehren zu leben.“
Oder wie es gerade für diese Folge würdig zum Abschluss bringt:
„Heghlu’meH QaQ jajvam, ’ach yInlu’taHvIS batlh bIchenmoHbe’chugh, pagh bIchenmoH.
tlhIngan maH — may’Daq maH, batlhDaq maH, HeghDaq maH.
’ej qeylIS tIq wovmoHlu’taHvIS, tIqmajDaq quv rur ’etlh’e’.“
Sinngemäß bedeutet das:
„Heute ist ein guter Tag zum Sterben, doch wenn du im Leben keine Ehre erschaffst, erschaffst du nichts.
Wir sind Klingonen — im Kampf sind wir, in der Ehre sind wir, im Tod sind wir.
Und solange das Herz von Kahless leuchtet, gleicht in unseren Herzen die Ehre einer Klinge.“
Qapla’!

Foto: Paramount+
The Link in the Chain
Review: Starfleet Academy – Episode 1x04: “Vox in Excelso”
Man … what an awesome episode! After a somewhat flat third episode, it was time for a story with real backbone – a character study that delves deep into the Klingon soul. And boy, did we get it.
A visual warp jump
Even the opening is a feast for the eyes: a breathtaking camera flight through the Val Nebula. You notice immediately that no budget was spared here, but rather invested in visuals that don’t have to hide from the third season of Picard. Nahla Ake welcomes the cadets with a speech as philosophical as a Vulcan evening prayer. She compares the formation of the nebula to the development of an officer. The question hanging in the air like an undiscovered anomaly is: How do we continue to develop on this journey?
The echo of legends
Then comes the goosebump moment: the 800-year-old MHN of the Voyager quotes words that once made Jean-Luc Picard (and before him Judge Aaron Satie) immortal:
“The first link is forged in the chain. The first censored speech, the first forbidden thought, the first denied freedom irrevocably binds us all.”
Words that, even after 34 years (and almost 900 years in-universe), have lost none of their explosive power. The Doctor wants to teach the cadets how to debate fairly. Who would have thought that the rebellious Caleb would shine here, while our Klingon scientist Jay-Den Kraag hates debating more than a collective of hungry tribbles?
Honor, healing, and vegan dilemmas
We learn that real Klingons don’t eat anything that hasn’t died in fair combat. As a vegan in the 32nd century, one wonders whether the dangerous zombie strangler plants on one or two planets in the sector count as legitimate opponents — SNW sends its regards.
But the core of the episode is Jay-Den. We learn that a Klingon refugee ship with his family on board is in distress. The situation is “typically Klingon” tense: they would rather perish in a glorious fireball than accept the Federation’s help.
In a cinematically masterfully staged flashback to Krios Prime, we see Jay-Den with his brother Thar. Despite my skepticism about forest scenes, this was great cinema. Jay-Den rejects the path of the warrior. He chooses healing. His credo: “I don’t want to carry a weapon.” A sentence that sounds like high treason to the ears of a traditional Klingon. But the series reminds us that even the fight against disease can be glorious. His path to Starfleet began — similar to Saru’s — with a transmitter, a call for knowledge that his brother made possible. Because no man (and no Klingon) is an island.
The art of diplomatic maneuvering
The debate competition becomes a stage for current global issues. The Doctor warns: “Don’t make a tragedy worse through ignorance.” A clear appeal to our times to engage with content instead of just parroting slogans.
Meanwhile, Admiral Vance (our favorite admiral!) forges a plan with Nahla Ake. The old warlord Obel Wochak is a friend of Ake’s, but refuses help, considering it dishonorable. A “Klingon solution” is needed for a Klingon problem.
In a highly emotional flashback, we see Jay-Den’s brother die because his parents reject Federation technology. “Trust the stars” were his last words. And then the key scene: the father wants Jay-Den to shoot down a Bird of Prey in the sky. Jay-Den refuses. The father shoots himself — and misses. A moment that only later reveals its full, tear-jerking significance.
Showdown at Faan Alpha
Thanks to a breathing technique taught to him by Cadet Darem Reymi, Jay-Den finds his voice. In an eloquent counterargument, he convinces the Federation (and us viewers) that Klingons cannot be forced into happiness. You have to play their game of honor.
The USS Athena (with a USS Riker in tow!) stages a mock battle for the planet Faan Alpha. The Klingons “conquer” the planet as spoils of war — face is saved, rescue accomplished. A diplomatic stroke of genius!
Conclusion: A victory for the House of the Academy
Even though I would have liked to see a little more facial expression from Karim Diane (Jay-Den) in the emotional moments, the resolution was epic. The father deliberately missed the Bird of Prey back then to let his son “fly.” Perspective is everything.
The episode ends with a win-win situation, the gift of a warrior’s bow, and a deep bow to Klingon culture.
I’ll close with the words that Jay-Den so proudly embodied:
“Today is a good day to die – but an even better day to live in honor.”
Or, as it fittingly concludes this episode:
“Heghlu’meH QaQ jajvam, ’ach yInlu’taHvIS batlh bIchenmoHbe’chugh, pagh bIchenmoH.
tlhIngan maH — may’Daq maH, batlhDaq maH, HeghDaq maH.
’ej qeylIS tIq wovmoHlu’taHvIS, tIqmajDaq quv rur ’etlh’e’.”
This roughly translates to:
“Today is a good day to die, but if you do not create honor in life, you create nothing.
We are Klingons — in battle we are, in honor we are, in death we are.
And as long as the heart of Kahless shines, honor is like a blade in our hearts.”
Qapla’!
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